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View File
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View File
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View File
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title: "Will Ye Gang to the Highlands?"
date: 2025-06-22T23:02:10+02:00
draft: true
tags: ['Reise', 'Schottland']
resources:
- name: header
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Im Winter zieht es uns üblicherweise in die Sonne, dafür dachten wir uns diesen Sommer wiederum, dass wir als Ausgleich ja einmal in den kalten Regen fliehen könnten. So fragte Täschi mich "Will ye gang to the Highlands with me sir?" und traditionsbewusst antwortete ich natürlich "Aye, at leaving the green glens and woodlands o' me ain country"
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## Es soll angereist sein
Eine Reise beginnt immer mit dem Zweitschrecklichsten: der Anreise. Diese wird nur durch die Abreise überschattet. Der Reihe nach: ein Urlaub in Schottland stand uns schon lange bevor. Seitdem Täschi und ich zusammen sind, wollte ich ihr immer Norwegen zeigen, weil die Spinnerin dort zuvor noch nie war. Das hatten wir dann ja in der ersten Elternzeit erfolgreich abgefrühstückt und Täschi war von Norwegen angemessen begeistert, obwohl wir dort im Hochsommer vor uns hin froren und v.a. Regen gesehen hatten. Nun sollte also ein weiterer Punkt auf der Bucket List abgehakt werden. Wir reisten mit einer befreundeten Familie in ähnlicher Konstellation (2 Kinder im Alter von Nimue & Nael).
Zum Beginn eines Anfangs eines Starts einer Reise steht die Anreise. Ich wollte gerne mit der Fähre und dem eigenen Auto fahren. Von irgendwo in den Niederlanden gibt es eine Nachtfähre nach Newcastle, von dort hätte man in ca. 4 Stunden unseren Zielort erreichen können. Der Konjunktiv verrät es bereits: so kam es nicht. Wir hätten so schön Fahrräder, Spielzeug, Brettspiele etc. einpacken können, um eine wilde Woche in den Highlands zu verbringen. Doch die Mehrheit wollte nicht mit einem Linkssteuer im Linksverkehr fahren. Dabei hätten wir so ein Abenteuer mit Nachtfahrt auf dem Schiff, entspannt am nächsten Morgen in UK anlanden und den Komfort des eigenen Autos haben können.
So denn, ein Flug sollte es also sein. Die günstigste Gelegenheit ging von Köln/Bonn. Dorthin sollte es mit der Bahn gehen, also buchte ich erstmals Rail&Fly. Ich dachte ja, der Clou an diesem Angebot wäre eine Anschlussgarantie, aber das ist gar nicht wahr. Die Bahn weiß selbst offensichtlich genau, dass sie es gnadenlos verkackt und gibt keine Anschlussgarantie für den Flug. Nahaja. Weiß man schon, woran man ist. Natürlich bekam ich auch schon kurz vor Abreise dann die Nachricht, dass es den ICE aus Wiesbaden generell nicht mehr gibt, Alternativen konnte die Bahn mir auch nicht nennen. An Frankfurt-Flughafen hatte der Anschluss ICE nach Köln (immerhin ein Sprinter, DAS Premium Produkt der Deutschen Bahn) dann schon 50 Minuten Verspätung. Kurzerhand mussten wir also in den ICE nach Amsterdam ausweichen, unsere Reservierung im Kinderabteil damit natürlich hinfällig. Die gefürchtete Rheinbrücke zwischen Deutz und Köln-Hbf (schlimmer als die Elbbrücken was Verspätungen anbelangt) tat dann ihr Übriges, und wir waren mit Sack, Pack, Kinde und Kegel eine knappe Stunde vor Abflug erst am Flughafen.
Unser Flug war gepäckmäßig schon abgefrühstückt, aber wir mussten uns noch in Herscharen auf dem Weg nach Palma und Fuerteventura einordnen. Richtig schäbig organisiert der Flughafen Köln/Bonn. Die Krönung des Abfucks kam aber erst noch (warum sind wir eigentlich zu unfähig, ohne Hängengebliebenheit durch einen Flughafen zu kommen?). Wir waren ja per Online Check-In schon eingecheckt, die Schlange am Gepäckschalter war quälend langsam und selbst Täschis Rehaugen und unser Hinweis, dass wir ja noch mit den Kindern durch die Security müssen, konnte niemanden der Däumchendreher am Priority Schalter erweichen.
Irgendwann wagte ich das Experiment mit der Self-Service Gepäckaufgabe. Die Koffer gingen anstandslos auf das Band, der Rucksack wollte nicht. Eine Bedienstete sagte mir, ich solle mich an ihre Kollegin am Priority Schalter wenden. Funny enough, musste sie mich wohl doch gegen ihren Willen bearbeiten. Täschi wollte mit den Kids schon mal zur Security. Fatal, wie sich herausstellte. Ich musste also noch auf meinen Bearbeitung warten, nur um dann gesagt zu bekommen, dass ich nicht eingecheckt werden könne, wenn ich Naels Ausweis nicht vorzeigen könnte.
RANDOM PROZESS! Nirgendwo musste ich bis dahin meinen Ausweis vorlegen, im gesamten Prozedere nicht. Aber mein Rucksack konnte nur mit Ausweis auf das Band gelegt werden UND dem Ausweis des Kindes, das auf meinem Schoß gebucht war. Aber Ausweis und Kind waren ja nu' schon an der Security. Das ging dann hin und her, ich habe das Problem 24 verschiedenen Menschen erläutert (wüsste ja gerne, wo die herkamen. Die hätten ja mal weitere Gepäckschalter aufmachen können, dann wäre ich ja nie zum dummen Self-Service Check-In genötigt worden). Irgendwann rollte mein Rucksack aber dankenswerterweise davon. Aber die Schalterdame musste mich DANN(!), nachdem der scheiß schon geraume Zeit lief, noch darauf hinweisen, dass ich ja eh eigentlich zu spät dran sei. Kann man sich nicht ausdenken.
Nun denn, lange Rede, gar kein Sinn: hat ja dann doch alles geklappt. Der Flieger kam natürlich dann trotzdem erst 20 Minuten zu spät los, aber alles in allem landeten wir in Edinburgh und, man höre und staune, sogar mein Rucksack kam an.
## Eine Reisegruppe und ein Urlaub findet sich
So waren wir denn in Schottland angekommen. Standesgemäß sollte das Wetter richtig scheiße werden. Während Mitteleuropa bei 30-40 Grad verglühen sollte, hatten wir 11-16 Grad und Regen angekündigt. Wir haben sogar extra vor der Abreise noch mal Regenklamotten für die Kids eingekauft. Das Mietauto war dann eingesammelt und wir cruisten die ca. 2 h nach Newtonmore in unser Feriendomizil. Es war sehr schottisch auf dem Weg: Regen, Autos fuhren links, das Steuerrad war rechts, Regen. Aber auch schon mal schöne Aussichten, je weiter wir in die Highlands kamen.
Unsere Unterkunft ist zweckmäßig schön: kleines Häuschen, sehr viele Badezimmer, drei Schlafzimmer für uns zwei Familien. Nach etwa 10 h Reise, alles in allem, gab es dann nichts mehr zu tun, außer Einkaufen, Kochen, Essen, Schlafengehen.
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title: "Aux Champs Élysées"
date: 2026-01-06T16:52:10+05:00
draft: false
tags: ['Reise', 'Réunion', 'Frankreich']
resources:
- name: header
src: blick-von-der-terrasse.jpg
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Offensichtlich sind wir Urlaubsfranzosen. Die diesjährige Flucht vor dem harschen Winter führte uns wieder einmal in ein DOM-TOM unserer westlichen Nachbarn. Was will man auch machen? Der Franzose hat sich anscheinend die Sahnestücke seines Kolonialreichs behalten, und dank der EU profitieren wir jetzt alle davon. Alors, ab nach Réunion dachten wir uns.
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## Niederlande oder Frankreich, Hauptsache Käse
Nun muss ganz weit ausgeholt werden: wir waren sehr "früh" dran mit unserem Urlaub. Ende September entschieden wir uns für unser Ziel. Zunächst hatten wir wieder die Karibik im Auge, war doch Martinique in etwa das, was wir uns von unserer Winterflucht erhofften. Da wir mit dem Verkehr auf der Insel aber unsere Probleme hatten, schielte ich auf das niederländische Kolonialreich. Wenn die Kasköppe irgendwas können, dann fußgängerfreundlichen und autofeindlichen Verkehr, genau nach meinem Geschmack. In der Karibik (im weitesten Sinne) wären das hauptsächlich die ABC-Inseln kurz vor der südamerikanischen Küste. Allerdings hatte eine oberflächliche Recherche ergeben, dass diese Inseln zwar von der Unterwasserwelt einiges zu bieten haben, aber an Land eher dürftig sind. Sprich: keine aufregenden Berge mit Wasserfällen und damit keine spektakulären Wanderungen. Da ausgiebiges Schnorcheln für Nimue und Nael noch etwas sehr advanced schien, war ich also mit dem potentiellen Ziel nicht so richtig warm geworden. Wir klagten unser Leid eines Abends durchreisenden Freunden, die zu Besuch waren, und die sagten nur: "Wir wäre es mit Réunion?"
"Keine Ahnung, wie wäre es denn?" dachte ich mir. Ich wusste, wo das liegt, dass es zu Frankreich gehört und mehr auch nicht. 4 Sekunden später stand das Ziel fest. Warum? Gebt einfach mal Réunion in die Bildersuche eures Vertrauens ein, ihr werdet es herausfinden.
## Erstes Hindernis: Deutsche Bahn
Gut, wir kennen das schon: der Flug von Paris ist verhältnismäßig günstig, also ab dafür. Der komplexere Teil der Reise war dann, wie man nach Paris gelangt. Im Oktober teilte man uns mit, wir seien deutlich zu früh dran. Fahrplanwechsel, diesdas, niemand weiß, ob und wann im Januar noch Züge nach Frankreich fahren werden. Na gut, also wartete ich geduldig bis ca. Mitte November. Dieses Mal wollten wir uns das mühselige Umsteigen und die Metro in Paris sparen, das ist mit Gepäck und Kindern kein Zuckerschlecken gewesen. Der Pariser Flughafen hat allerdings, ganz modern, einen direkten TGV Halt, das sollte also unser Zielbahnhof werden. Die sinnvollste Verbindung dorthin ging allerdings laut Fahrplanauskunft über Brüssel. Oje, ich ahnte, was auf uns Zukommen würde: als ich in Holland gewohnt habe, gingen manche guten Verbindungen nach Duitsland auch über Brüssel. Die konnte man allerdings nie so richtig buchen, weil es offensichtlich unmöglich ist, Preise für das Durchqueren von drei Ländern auszurechnen. Na ja, dachte ich weiter, es sind ja seitdem 10 Jahre ins Land gezogen, ganz vielleicht hat sich was getan.
Ernüchternd starrte ich auf den Bildschirm, als die Bahn mir mitteilte "Keine Preisauskunft möglich". Ah ja, hat sich nicht so viel getan in besagten 10 Jahren. Ab ins Reisezentrum, magischerweise können die das da nämlich ausrechnen, auch wenn sie manchmal weitere Kollegen heranziehen müssen, und man mit seinem Wunsch Frankfurt-Brüssel-Paris erstmal das Reisezentrum für Stunden außer Gefecht setzt. Etwas stutzig wurde ich allerdings, dass auch eine Verbindung nur über Straßburg nicht gebucht werden konnte.
Wart ihr jüngst schon mal in einem DB Reisezentrum? Da wiederum hat sich einiges getan. Normalerweise wartete man ja Stunden zwischen verzweifelten Reisenden mit lebenden Hühnern im Gepäck darauf, dass sich irgendjemand erbarmt. Aber wow, es war leer, ich war sofort dran! Ich äußerte meinen Wunsch. Die Dame schaute auf meine ausgedruckte Verbindung und sagte auf mein "Ich kann die Verbindung nicht buchen" nur: "Ich kann die auch nicht buchen". Auf mein "... - wer kann sie denn buchen?" kam "Vielleicht (sic!) die SNCF". Es stellte sich heraus, dass mit dem Fahrplanwechsel auch ein Systemwechsel bei der Bahn anstand. Alle Reisen nach Frankreich, die komplizierter waren als "eine Person fährt nach Frankreich" konnten bis zum 14.12. nicht gebucht werden. Dann sollte das neue System kommen. Aber die, offensichtlich erfahrene, Schalterdame gab mir noch den Tipp: "Aber versuchen Sie es nicht direkt am 14.12., das wird ein paar Tage brauchen, bis es wirklich funktioniert."
Den dritten Versuch (eigentlich den vierten, bei der SNCF konnte man auch nicht buchen, aber man hätte vor allem keine Bahncard einsetzen können) ein Zugticket zu erhalten startete ich also am 17.12. Mir wurden Preise angezeigt. Natürlich gab es für die Hinfahrt Anfang Januar nun natürlich keine Sparpreise mehr, insgesamt 650 Euro wollte die Bahn für die Verbindung. Na ja, was will man machen? Augen zu und durch! Am Ende des Buchungsvorgangs stand auf dem Bildschirm "Die Buchung konnte nicht durchgeführt werden, versuchen Sie es noch einmal". Gut, versuche ich es noch einmal. Gleiches Ergebnis. Die Bahn WOLLTE uns einfach nicht zum Flughafen in Paris bringen.
Alternativen mussten her. Auto und Langzeitparken wären preislich im Rahmen gewesen, aber ich wollte ungern die Kinder vor einem 11 Stunden Nachtflug auch noch 9-10 Stunden ins Auto sperren. Am Ende regelte die Lufthansa für uns. Mit nun deutlich entspannteren Reisezeiten, weniger Umstiegsangst und der Möglichkeit, unser Gepäck schon einen Abend vorher entspannt aufzugeben wurde also unsere Bahnreise begraben. In Hindsight wäre es vielleicht noch schlauer gewesen, unseren Flug mit Air France einfach auf Frankfurt umzubuchen. Vielleicht wäre es günstiger gewesen, aber zumindest unser Gepäck hätten wir nicht in Paris selbst handlen müssen. Na ja, hinterher ist man natürlich wieder schlauer.
## Es ist Urlaub!
So viel also zur Vorgeschichte. Es gab noch ein paar andere Anekdoten: so wurde das Haus mit unserer Unterkunft irgendwann verkauft, und wir mussten mit den neuen Besitzern neu buchen. Mein TAN Gerät wurde durch den Versuch einen Mietwagen zu buchen irgendwie deaktiviert, und ich musste auf einen Brief von der Bank warten um wieder unser Konto benutzen zu können, außerdem wollte Weihnachten vorbereitet und gefeiert werden. Aber die Geschichte mit der Bahn war schon der größte Klopper.
Anyway. Am Abend vor der Abreise hatte ich noch die fixe Idee, dass wir unser Auto ja in ein Langzeit Parkhaus in Frankfurt stellen könnten, und dadurch entdeckte ich die vielfältigen Valet Parkservices rund um den Flughafen: ein Fahrer übernimmt die Karre an der Abflughalle und dann steht das Auto halt drei Wochen in Raunheim rum. Ist preislich fair, wir hatten dadurch eine wahnsinnig entspannte Anreise zum Flughafen und wir müssen uns nicht sorgen, dass das Auto abgeschleppt wird, weil irgendwer in den drei Wochen umzieht und ein Parkverbot aufstellen lässt. Was es nicht alles gibt.
Die Reise verlief dann ohne großen Aufreger, sogar die Security am Flughafen, der große Nemesis meiner Nerven, war ziemlich stressfrei. Man darf jetzt sogar ohne großes Bohai Getränke mitnehmen, man höre und staune. Der Nachtflug war ziemlich unbequem und das Bordpersonal irgendwie geringfügig unfähig, die Leute hinter uns unfreundlich, aber immerhin die Kinder hatten eine Mütze Schlaf. Täschi und ich waren halt völlig im Arsch. Mietwagen am Flughafen reibungslos übernommen und zur Ferienwohnung gecruist: am 2. Januar gegen Mittag begann der Urlaub mit entspannten 28 Grad, einer leichten Brise und dem Blick von unserer Terrasse auf den Indischen Ozean. Und einem Mittagsschlaf (für die Großen) und Sendung mit der Maus (für die Kleinen, die waren ja nun wach und hyped).
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title: "Berge, Kurven und Schnee"
date: 2026-01-10T17:07:08+01:00
draft: false
tags: ['Reise', 'Réunion', 'Frankreich']
resources:
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src: wasserfall-cilaos.jpg
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Der Winter hat die Heimat fest im Griff: ein Schneesturm erschüttert Europa und legt alles lahm, malt alles weiß. Aus Solidarität hieß es für uns: ab in die Berge, wir wollen auch Schneeballschlacht. Wieder einmal enttäuscht allerdings die geographische Namensfindung.
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## Das Dorf im Krater
*Cilaos*. So heißt das verschlafene Dörfchen am Fuße des *Piton des Neiges*. Jener sagenumwobene Gipfel (keine Ahnung, ob er wirklich sagenumwoben ist, aber es klingt poetisch), der schon dem Namen nach Skiabenteuer verspricht. *Gipfel des Schnees*. Die Steigeisen waren geschärft, die Ski frisch gewachst, es konnte losgehen. Die Reise ist beschwerlich. *Cilaos* liegt in einem Kraterkessel, eine Zufahrt gibt es nur über einen Pass. Passstraßen, insbesondere an so steilen Vulkanhängen, zeichnen sich durch zahlreiche Kurven und Engstellen aus. Jetzt bin ich schon über den ein oder anderen Pass gefahren, aber gefühlt hatte nicht mal der Pass nach *Tagong* am Rande Tibets *so* viele Kurven. Links und rechts und wieder links. Eng hier, warten dort. Für die 20 km braucht man aus dem Tal etwa eine Stunde. Zur Belohnung schaut man auf der anderen Seite...in ein Tal. Na toll. Der erste Blick zum *Piton des Neiges*: kein Schnee auf dem Gipfel des Schnees. Was das? Wikipedia klärt auf: es liegt *nie* Schnee dort. Manchmal ein bisschen Raureif. Lag jemals Schnee? Man weiß es nicht. Über 3000 m ist der Berg zwar hoch, aber es schneit dort nicht. Warum man ihn so nennt? Keiner weiß es.
Als wir also durch das 30 Grad warme und weitgehend schneelose *Cilaos* fuhren, hatten wir wohl eine Kurve zu viel mitgenommen: Nimue kotzte uns zur Belohnung erstmal schön in die Karre. Abgeschnitten von der Welt hatten wir keine Wechselkleidung dabei, nackig konnten wir das geschundene Kind jetzt natürlich auch nicht in die Sonne räumen. Nach rudimentärer Säuberung war uns das Glück aber hold und an einem kleinen Flohmarktstand konnten wir Ersatzklamotten erstehen, die auch noch richtig schick aussahen. Der Franzose weiß eben, wie man sich und seine Kinder stilvoll kleidet. Auf den Schock hatten erstmal alle Hunger. Wir waren allerdings entweder zu früh am Tage unterwegs oder die Hauptsaison einfach vorbei, auf jeden Fall hatten alle Restaurants noch zu. Einzig ein kleiner Imbiss hatte auf. Am Anfang der Nahrungssuche sprachen uns zwar die neckischen Sitzgelegenheiten im Schatten an, aber die Karte war recht dürftig. Nachdem wir das weitere kulinarische Angebot des Ortes aber überprüft hatten, schien es uns aber plötzlich äußerst verlockend.
Der erste Eindruck blieb dennoch richtig: unsere Sandwiches und die Pommes haben den Hunger bekämpft, aber Gaumenfreude fühlt sich anders an. Wir sparten uns die Crêpes, sehr zu Nimues Leidwesen. Nun denn, endlich zog es uns zur Wanderung des Tages: ein Wasserfall musste her (natürlich, was auch sonst). *Cilaos*, sich selbst als der südlichste anerkannte Kurort der Welt rühmend, hat einen [Wasserfall an den alten Thermen](https://www.openstreetmap.org/search?lat=-21.131042&lon=55.469005) im Angebot. Na, wenn das mal nicht unsere Knie geheilt hat, das gute Heilwasser vulkanischen Ursprungs, oder was immer man sich auch davon versprochen hatte. Der Weg war wieder heiß, bergig, aber schön. Immer wieder querte ein kleiner Bach den Abstieg. Die Wasserfälle waren nett, aber im Vergleich nun auch nichts Besonderes. Den Reiz macht die Abgeschiedenheit und die Lage des Ortes im Vulkankrater, das Bergpanorama und die im Laufe des Tages in den Krater drückenden Wolken aus. Wir erfrischten uns ausgiebig im kühlen Wasser unsere Hitpoints waren durch die Kurhaftigkeit der magischen Quellen wieder voll hergestellt. Leider ramponierten wir unsere Körper direkt wieder durch den Aufstieg, bei dem die Kinder natürlich wieder getragen werden wollten. Zurück im Ort gab es noch ein nicht so leckeres Eis und schon waren wir wieder auf dem kurvenreichen Weg zurück. Nimue saß diesmal vorne bei Mama, verschlief aber direkt den Pass zum größten Teil.
![Bergpanorama mit Wasserfall am Hang](IMG_4905.jpg)
## Der Decathlon auf der anderen Seite der Insel
Drei Decathlons gibt es auf Réunion, falls ihr euch das auch gefragt habt. In unserem Stammdecathlon gab es ja nun keine Wasserschuhe mehr, die wir auch am vorigen Tag trotz Heilquellenwasser schmerzlich (nicht nur im übertragenen Sinne) vermissten. Die Bestandsüberprüfung ergab allerdings, dass die Auswahl im abgelegeneren nördlichen Decathlon bei *Saint-Suzanne* noch vorhanden sei. Da wir nun schon zwei Tage nicht bei Decathlon waren, war das Ausflugsziel damit gesetzt. In der Nähe von Saint-Suzanne gibt es das [*Bassin Bœuf*](https://www.openstreetmap.org/node/2986452902), ein vielversprechender - na? - Wasserfall, natürlich. Also konnten wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, so der Plan.
Leider ging es Täschi an diesem Morgen schon nicht besonders gut, und es wurde durch die etwa einstündige Fahrt nicht besser. Wir schleppten uns also in den Decathlon zweiter Wahl. Weit und breit keine Heilquelle, die es hätte richten können. Aber: der Onlinebestand war akkurat, es hagelte Wasserschuhe für alle Beteiligten. Leider war mit Täschis zunehmend verschlechterten Zustand kein Rinder Wasserfall zu erwandern. Aber die braunen Schilder an der Autobahn versprachen einen anderen Wasserfall. Jetzt schnallt euch an: [*Cascade Niagara*](https://www.openstreetmap.org/node/2986449649). Na, bei dem Namen muss man doch da hin. Und das Beste (aufgrund des Gesundheitszustands der Reisegruppe, nicht unbedingt aufgrund der Abgeschiedenheit und Unbekanntheit des Ortes)? Man kann direkt mit dem Auto vorfahren. Gesagt, gefahren. Durch unsere genetisch selbstproduzierten Wecker waren wir sogar recht früh dran und konnten einen Parkplatz ergattern. Ich hab jetzt die Niagara Fälle noch nicht gesehen, glaube auch nicht, dass dieser Wasserfall ernsthaft in derselben Liga spielt, aber es war wieder ein sehr schöner Wasserfall, muss man schon sagen.
Wir konnten schwimmen, Steine ins Wasser werfen, picknicken, Mittagsschlaf machen, fotografieren und eine kühle Brise kühlte uns dabei zusätzlich ab. Im Nachhinein war es dann zwar natürlich doch nicht so schlau, so lange an diesem schattenlosen Platz in der Mittagssonne abzuhängen, aber wir waren auch zu abgekämpft, um schnell etwas zu ändern. Irgendwann zog es uns dann aber doch zurück, eigentlich ziemlich genau, als Nael wieder mal etwas Schlaf brauchte. Zurück in der Ferienwohnung legte sich Täschi dann erstmal ab. Nimue, Nael und ich zogen gen Pool. Nael schien endlich seine Berührungsängste mit dem Wasser überwunden zu haben und begann sogar freudig vom Rand in meine Arme zu springen. Das taten wir dann so ausgiebig, dass er am Ende unserer Poolsession erstmal auch seinen Mageninhalt verteilte. Zunächst nahm ich an, dass er einfach zu viel Poolwasser geschluckt hatte. Allerdings hatte er dieselbe Eingebung abends beim ins Bett gehen noch einmal. Vermutlich war dann der Wasserfall in der prallen Sonne doch zu viel für den kleinen Bubi.
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title: "Die letzten Tage von Saint-Pierre"
date: 2026-01-25T20:15:21+01:00
draft: false
tags: ['Reise', 'Réunion', 'Frankreich']
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Tja, was soll man hier groß teasern? Auch dieser Urlaub fand sein Ende. Es tränten die Augen, es sanken die Mundwinkel, wir ließen alle Hoffnung fahren. Nach einigen letzten warmen, sonnigen Tagen, mussten wir also wieder ins traurige Deutschland zurück 😢.
<!--more-->
## Ein Brautschleier
Täschi und ich waren ja nun verlobt. Was gäbe es da besseres, als sich tragische Geschichten über misslungene Hochzeiten reinzufahren? Das Tagesziel war der [*Voile de la Mariée*](https://www.openstreetmap.org/way/137126604). Zunächst einmal aber, weil der Urlaub ja fast zu Ende war, noch einmal Decathlon. Wasserfall und Saint-Suzanne liegen ja praktischerweise beide auf der Nordseite der Insel. Wir hatten Nimue nämlich noch nicht gestanden, dass einer ihrer Wasserschuhe verloren war. Wir trauten uns nicht, weil wir Angst vor dem Fallout hatten. Sogar den Ausflug des Vortages auf den Berg, hatte ich deshalb eingeschoben: auf Bergen konnte man nämlich der kritischen Nachfrage entgehen, warum sie keine Wasserschuhe mehr hatte. An jenem Sonntag hätten wir sie ja nicht mehr ersetzen können und es galt, die fragile gute Laune nicht zu gefährden. Wie wir also so auf den Decathlon Parkplatz einbogen kam also doch noch die kritische Nachfrage von der Rückbank, was wir hier nun wieder treiben würden. Wir gestanden. Nimue trug es mit Fassung, eigentlich reagierte sie gar nicht. Ich bin mir nicht schlüssig, ob wir ihre Reaktion einfach *so* falsch antizipierten oder ob sie direkt verstanden hatte, dass sie unmittelbar Ersatz erhalten würde...aber ein bisschen genatzt fühlten wir uns dann doch, hatten wir doch einen solchen Eierschalentanz aufgeführt.
Wir shoppten also neue Wasserschuhe und weiter ging die Fahrt zum Brautschleier. In dieser Ecke der Insel waren wir auch noch nicht gewesen, und was tat sich hier wieder eine Landschaft vor uns auf - Wahnsinn! Richtig hohe Schluchten, garniert mit richtig hohen Wasserfällen. Und *viele* davon. Man kam aus dem Staunen und gucken gar nicht raus. Teilweise führte die Straße entlang der Felsklippen sogar *unter* den Wasserfällen durch, das Auto (und Insassen, wegen offener Fenster) wurden erfrischt. Kaum hatte man eine Kurve gemacht, schon war der nächste atemberaubende Wasserfall im Sichtfeld. Ich kann die Szenerie gar nicht richtig in Worte fassen. Der Wanderführer führte uns zum Aussichtspunkt der sieben Wasserfälle. Aber das war eine Untertreibung, gefühlt schaute man auf eine Wand mit zwanzig Wasserfällen. Irgendwie zählten die Einheimischen wohl mehrere Wasserfälle als einen zusammen, die für uns Laien aber einfach mehrere Wasserfälle waren.
Die Wanderung begann mit einem kurzen Abstieg, einer Hängebrücke über einen reißenden Fluss (irgendwo müssen die ganzen Wasserfälle ja hinfallen) und mündete dann wieder in einen kräftezehrenden Aufstieg. Schattige Plätze waren rar gesäht, es war wieder einmal sehr heiß. Mit Nael und unserem üblichen Badegepäck auf dem Rücken kam ich wieder gar nicht klar. Schritt für Schritt trotzte ich meinem Körper aber die Belohnung ab: besagten Brautschleier Wasserfall. Und, hui Bub', hatte sich das wieder gelohnt. Von dort oben hatte man eine sagenhafte Aussicht auf die Berge, zwischen denen Wolken hingen und man hatte einen Wasserfall, dessen Abkühlung nach dem Anstieg so segensreich war - krass! Auch hier versagen mir mal wieder die Worte. Nachdem ich zwei Liter Wasser abgepumpt hatte stellte ich mich unter den Wasserfall, schaute auf die Berge und wollte diesen Ort *nie wieder* verlassen. Ich neige ja selten zu lautstarken Gefühlsausbrüchen, doch hier überkamen mich meine bayerischen Gene und ich musste meine Freude einfach ins Tal jodeln.
![Blick in die Ferne](blick-auf-berge.jpg)
Nun aber auch die traurige Hochzeitslegende, die dem Wasserfall seinen Namen gab (gut, abgsehen vom Offensichtlichen: der breite Wasserfall sieht einfach aus wie ein Brautschleier): in diesem Tal *Salazie* lebte einst ~ein wilder Räubersmann~ ein (merkwürdiger) Mann mit seiner Tochter. Seine Frau war gestorben, aber seine Tochter sah ihr so ähnlich, dass er sie nicht verheiraten wollte, um sie nicht zu verlieren (weird, I know). Eines Tages aber verliebte sie sich (reziprok) in einen reichen Jüngling. Aber auch das verbat Inzestdad. Das junge Paar kannte aber kein Pardon und flüchtete in die Kirche, um sich direkt zu vermählen. Take that, weirdo Vadder! Ebenjener aber zückte seinen Säbel und stürmte wutentbrannt die Kirche, um den Königssohn niederzustrecken. Also flüchteten die Frischvermählten den Berg hinauf. Die Braut trug aber dummerweise noch ihren Brautschleier. Bisschen inkonsistent, ich meine, woher hatte sie einen Brautschleier, wenn es eine spontane Ad-Hoc Hochzeit war? Hatten die die Dinger damals einfach in der Kirche auf Vorrat rumliegen, oder was? Naja, wie sie da so auf den engen Gamspfaden vor ihrem Vater herumflüchtete sah sie wegen des Schleiers nicht richtig (nicht, dass man ihn auch vielleicht hätte ausziehen können, wenn man da so free solo im Berg herumsteigt, aber wer bin ich darüber zu urteilen?) und es kam wie es kommen musste: ein fehlplatzierter Tritt im Stiletto und sie stürzte an ebenjenem Wasserfall in ihren Tod. Was aus dem reichen Ehemann wurde, erfahren wir nicht. Ihr Vater war nun natürlich traurig wie kein Zweiter, der Weirdo. Er saß also Tag und Nacht oben am Wasserfall und weinte seine Tränen bis zu seinem Tod in den Wasserfall hinein. So viel also zum Brautschleier.
![Der Brautschleier](brautschleier.jpg)
Täschi überzeugte mich doch schließlich davon, mich nicht länger in den Tränen vom strangen Vater abzukühlen und wir traten die Heimreise an. Schön war's
## Sind wir wirklich auf einer Insel?
Diese Frage stellten wir uns an unserem letzten vollwertigen Urlaubstag. Einen (!) Tag hatten wir nur am Meer verbracht. Ein bisschen mager, da wir ja an diesem Tag nur einmal überhaupt im Meerwasser waren. Wo ich das so tippe, fällt mir auf, dass es technically zwei Meerausflüge waren, aber beim Zweiten wurden wir ja von der Polizei aus dem Wasser gezerrt. Der zählt also in meiner Wahrnehmung nicht so richtig. Lange Rede, gar kein Sinn: ein Strandtag sollte noch einmal her. Auf unserer Inselseite war es aber mächtig bewölkt und es sah sogar nach Regen aus, daher mussten wir noch einmal in den Norden, dort war Sonne satt angekündigt. In *Sainte-Anne* gibt es das vielversprechende [*Bassin Bleu*](https://www.openstreetmap.org/way/1044166078) zum Schwimmen, mit Strand. Wir schrubbten also wieder die Kilometer in unserer Karre und flatschten uns an besagtes Bassin. Man sei allerdings gewarnt: der eingezeichnete Strand ist kein Strand, sondern Felsengeröll. Das Meer an dieser Stelle zu rau um darin zu baden. Der Strandtag war also technically kein Strandtag.
So lagen wir also auf der Picknickwieder und badeten zur Abkühlung lediglich im Bassin. Das war allerdings äußerst kalt, so dass wir uns nicht so lange darin aufhalten konnten. Es war dennoch sehr schön anzusehen, dass Bassin und das Meer. Wir verdamelten dort also unseren Nachmittag und fuhren abends wieder in die Ferienunterkunft. Diesmal führte uns das Navi allerdings über die N3, die Route durch die Berge. Boah, dort hatten wir *wieder* krasse Ausblicke und vorher noch nicht gesehene Landschaftformen. Also, man muss sagen, diese Insel hat es *echt* in sich. Wenn man dann noch ernstzunehmende Wanderungen unternehmen könnte, würde man noch mehr Wunder zu Gesicht bekommen. Abgefahren!
Abends gab es dann noch Nudeln mit Tomatensauce und die Vermieterin unserer Unterkunft eröffnete uns, dass der Vulkan ausgebrochen sei. In Deutschland verpassten wir gerade die krassesten Nordlichter seit Menschengedenken und passenderweise verpassten wir hier gerade das Touristenhighlight Vulkanausbruch. Aber als ich ein bisschen Medienberichte zum Spektakel sichtete, wurde mir schnell klar, dass das ohnehin für uns nichts gewesen wäre: Tausende Menschen (und dementsprechend Autos) befuhren die enge Straße zum Vulkan, um einen Blick auf die Lava zu erhaschen. Da hätte ich eh nur wieder Anfälle bekommen. Aber nichtsdestotrotz sind wir Überlebende des großen Vulkanausbruchs von 2026 auf Réunion! Das sollte mal gesagt sein.
## Blabla zum Schluss
Am Ende verlässt mich dann immer die Muse. Da unser Flug am Donnerstag äußerst früh gehen sollte, fühlten wir uns am Mittwoch irgendwie gelähmt: wir mussten ja die Wohnung in die Reihe schaffen und noch mal ein Lunchpaket einkaufen, deshalb war uns klar, dass wir keinen größeren Ausflug mehr schaffen würden. Eigentlich hatten wir *außerdem* noch vor, dass Auto zu reinigen. Vom Urlaubsendblues gepackt, vergammelten wir aber den größten Teil des Tages unmotiviert am Pool und in der Bude. Hätte man genauso gut auch noch ausfliegen können. Wir reinigten das Auto nicht, das Packen war richtig anstrengend, auch das Säubern der Wohnung machte niemandem Spaß. Wir aßen dann notgedrungen bei Burger King, machten lustlos unseren Einkauf für die Reise und fühlten uns eigentlich die ganze Zeit nur Bäh! Wir sind doch Stars, holt uns hier bittebitte *nicht* raus!
Aber die Zeit kennt keine Gnade: die Uhr schlug Donnerstag und wir mussten zurück. Der nun, nach den Sommerferien, wieder einsetztende Berufsverkehr machte noch einen Krimi aus unserem Abflug: wir standen ziemlich lange im Stau. Als wir bei der Abfahrt dem Vermieter mitteilten, dass unser Flug um 10:30 ging, war er sichtlich verwirrt, dass wir nicht 10:30 *abends* meinten. Ich glaube, er hielt es für sehr unrealistisch, dass wir das schaffen könnten. Wir schafften es aber doch, sehr zu unserem Leidwesen. Wäre ja nun auch nicht schlimm, notgedrungen im Paradies festzusitzen. Aber auch das Tanken des Mietwagens fiel aus, aber ehrlicherweise kostete sowohl die Reinigung als auch das Tanken nicht so viel, wie wir uns zunächst ausmalten. Kann man sich mal merken!
Über den Flug selbst kann man nun so gar nicht viel sagen. Es war ein Tagflug, dementsprechend haben Nimue und Nael wieder unendlich viel Bildschirmzeit bekommen. Man muss sie aber schon bewundern: sie schmähten die Maus und waren heiß auf Snoopy im Bordentertainment von Air France. Es gab aber nur drei Folgen. Diese drei Folgen wurden aber 10 Stunden in Dauerschleife geguckt, bis beide erschöpft gegen Ende des zwölfstündigten Fluges einschliefen. Wie gehabt war Air France wieder richtig scheiße und entnervt kamen wir gegen 21 Uhr im Flughafenhotel an. Das tolle ibis Styles war auch richtig schäbig. Für 200 Euro hatte ich eigentlich explizit einen Raum mit zwei Doppelbetten gebucht, wir bekamen aber eine Schlafcouch. Na toll, das hätte ich auch günstiger in einem noch schäbigeren Flughafenhotel bekommen. Ich schlief auf einer dieser Gefängnispritschen und wurde mit Rückenschmerzen des Todes belohnt. Das Frühstück war dann auch nicht so geil und ab ging es in den letzten Teilabschnitt der Reise.
Wir landeten pünktlich in Frankfurt und unser brillanter Valet Parkservice lieferte punktgenau unser Auto ab. Das ist echt ein Geheimtipp, schön, dass wir das entdecken durften. So cruisten wir also zurück nach Wiesbaden und froren. Die Wohnung war kalt, der Himmel war grau...genauso stellten wir uns unsere Heimkehr in etwa vor. Schön, das wir hier nicht enttäuscht wurden, hat ja auch was.
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title: "Ein ganz besonderer Urlaub"
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Die Urlaubskrise war mit dem folgenden Tag offiziell überwunden. Réunion zeigte sich von seiner schönsten und wildesten Seite. Und das erste Mal hatten wir auch das große Glück, dass wir einen Wasserfall (fast) ganz für uns alleine hatten. Den Weg, sofern es ihn überhaupt noch gab, hatten wir definitiv schon einmal ganz für uns. Aber zunächst ging es passenderweise nach Mordor.
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## Der nasse Vulkan
Eines der großen Highlights der Insel hatten wir uns für später aufgehoben: die Reise zum Vulkan. Dort sollte es also nun endlich hingehen, eine kleine Abwechslung zu den Wasserfällen. Und was für eine verrückte Reise es dort hoch ist. Ähnlich wie nach *Cilaos* ist die Straße auf den Vulkan natürlich ein Dead End. Was auch sonst? Man kann ja nu' schlecht in den Krater hineinfahren. Der Vulkan hier auf der Insel kommt bergförmig daher, also heißt es wieder einmal endlos Serpentinen hinaufgurken. Die Mägen hielten diesmal allerdings. Als die bewanderten Reisenden, die wir nun mal sind, packten wir aufgrund der Höhenlage endlich einmal unsere neuen Softshells ein. Der Zielpunkt liegt auf etwa 2.400 m Höhe, dort wird es üblicherweise etwas frisch.
Der Tag startete bewölkt. Das deuteten wir zunächst mal als ein gutes Zeichen, gibt es auf dem Vulkan doch keinerlei Schatten und unsere sonnenempfindlichen Kinder würden das bestimmt begrüßen, so die Annahme. Die Fahrt nach dort oben hat einiges zu bieten. Zunächst lässt man erst einmal die Palmen hinter sich und taucht in eine mitteleuropäische Almlandschaft ein. Ohne Scheiß, das ist völlig verrückt. Plötzlich fuhren wir zwischen Kuhweiden hindurch und dichte Nadelwälder. Bei jeder Kurve wollte man eigentlich aussteigen, das Alpenhorn erklingen lassen und auf Gamspfaden wandern gehen. Es fehlten einzig die alpinen Chalets (und die Skilifte). Je höher man kurvt, desto karger wird die Landschaft. Die Bäume weichen Büschen. So weit, so alpin. Dann wird es aber schlagartig verrückt. Man nähert sich dem [Pas des Sables](https://www.openstreetmap.org/node/12643205067), fährt über eine Kuppe und blickt auf eine desolate Landschaft. Es sieht tatsächlich einfach aus wie Mordor, mehr muss man gar nicht an Worten verlieren.
![Blick auf den Pas des Sables](pas-des-sables.jpg)
Das Wetter tat sein Übriges für den Anblick. Graue Wolken hingen tief über der Marslandschaft, einzelne Wolkenfetzen zogen über den Boden und man konnte sich vorstellen, dass es Rauchschwaden vom Vulkan sind. Unerschrocken schickten wir uns an die Passstraße bis zum Ende zu fahren. Ab dem *Pas des Sables* ist es allerdings nur noch eine buckelige Schotterpiste. Nachdem wir die Kurven des Tages also erstmal hinter uns gelassen hatten, folgte nun ein wildes Gehüpfe im Auto. Vom Parkplatz am Ende der Piste hat man überragende Ausblicke und schöne Wanderwege über den Vulkan. Voller Tatendrang stiegen wir aus und zogen unsere Softshells an. Leider hatten wir keine Regenklamotten. Es goss wie aus Kübeln und das Thermometer meldete stabile 13 Grad. Uns war direkt eiskalt, wir waren direkt klitschnass. Wir trotzten den Elementen und gingen zur Aussichtskante, um auf eine graue Nebelwand zu schauen. Nach der kurzen Toilettenpause waren wir noch nasser und uns war noch kälter. Wir stiegen wieder ins Auto und lachten uns schlapp, ob des misslungenen Ausflugs.
Wir fuhren also wieder los. Kurze Fotosession noch am *Pas des Sables*, um zu beweisen, dass wir auch *wirklich* da waren. Warum wir, trotz Wolken, die wir schon am Morgen sehen konnten, die Auffahrt wagten? Nun, der Wetterbericht behauptete, dass es der letzte Tag mit *ein bisschen* Sonne im Urlaub sei. Ich erzählte unserem Vermieter von unserem Versuch und der lachte uns quasi aus, dass wir auch nur einen Deut auf den Wetterbericht geben würden. Wir sollten es einfach noch einmal in den kommenden Tagen probieren. Aber an irgendwas muss man sich ja halten, denk' ich mir. Wie dem auch sei, der Tag endete unspektakulär mit ein bisschen Pool hier, ein bisschen Rumgechille da, ein bisschen Rumgemotze dort. Es gab Kartoffeln, Spiegelei und Spinat zum Abendessen.
## Ein Wasserfall muss her
Nach dem wahllosen Ritt auf den Vulkan hielten wir uns erstmal wieder an altbewährte Rezepte: ein Wasserfall sollte es richten. Neben dem Reiseführer für Kleinkinder, den wir in unserer Unterkunft bereits vorfanden, entdeckte ich noch den "offiziellen" Wanderguide für Kinder, den man netterweise sogar als pdf herunterladen kann. Ein kleines Büchlein namens [Sentiers Marmailles](https://www.departement974.fr/sites/default/files/2018-04/guide-sentiers-marmailles.pdf). Mit dem passenden Untertitel *Der Reiseführer der einfachen Spaziergänge auf Réunion*. Na also, unser Büchlein. Wir wählten also einen dieser *einfachen Spaziergänge* aus und machten uns auf die Socken. Natürlich nicht, ohne vorher noch ein bisschen Mausesendung zu bingen, das gehört diesen Urlaub wohl einfach dazu.
Der [*Cascade Maniquet*](https://www.openstreetmap.org/node/440631034) ward auserkoren. Es gab zwei Varianten dieses *einfachen Spaziergangs*: entweder wieder direkt vorfahren und nur den kurzen Abstieg mitnehmen, oder eine etwa 2 km lange Variante von einem anderen Parkplatz. Wir waren ja schließlich zum Wandern hierhergeflogen, also wählten wir natürlich die "lange Route". Zunächst muss man allerdings dorthin kommen. Wir cruisten also nach *Saint-Denis* und von dortaus in den kleinen Vorort *Le Brûlé*. Witzigerweise erwartete uns eine Serpentinenstraße den Hang hinauf, gegen die unsere Fahrten nach *Cilaos* und auf den Vulkan ein Witz waren. Die Kurven schienen nicht aufzuhören, es ging eeeeeeewig den Hang hinauf. Zum Glück machten die Mägen aller Mitreisenden mühelos mit. Die Bergstraße fing bereits in *Saint-Denis* an, und was man auf dem Weg für Villen mit Meerblick geboten bekam, ließ uns schon wieder direkt vom Auswandern träumen. Auch wenn ich ja solche Bergstraßen nicht gerne jeden Tag pendeln würde, müsste dann schon Homeoffice sein.
Aufgrund der Höhe gestaltete sich der Wald hier dann auch wieder sehr besonders. Es sah schon noch tropisch aus, aber deutlich feuchter und dschungeliger als jetzt beispielsweise in der Ecke unseres Ferienhauses. Direkt hinter *Le Brûlé* beginnt ein Naturpark und wir fuhren mutterseelenallein auf der Waldstraße zu unserem Zielpunkt. Auch hier parkte kein Auto, ein vielversprechender Auftakt. Schnell sattelten wir das Gepäck und Wandermaus Nimue stürmte voraus auf den verwunschenen Pfad. Genau so hatten wir uns das vorgestellt: leere Parkplätze, leere Wanderwege, wilde Natur.
Der Pfad wurde enger und nach und nach gab es einige überwucherte Stellen. Nimue war ganz in ihrem Element, Nael glücklich bei Täschi in der Trage. Die Vegetation hing immer tiefer über den Pfad. Stellenweise musste man in der Hocke weiter, teilweise krabbeln. Irgendwann passte ich nicht mehr mit der Kraxe unter den Pflanzen durch, musste sie also abnehmen und vor mir herschieben. Dunkle Erinnerungen an Bundeswehr Übungen kamen hoch. Hin und wieder kamen dann wieder 10-50 m lange Abschnitte, in denen der Pfad perfekt angelegt und frei war, danach stand man dann plötzlich wieder zwischen 2 und 3 m hohen Pflanzen. Nimue war teilweise nicht mehr zu sehen. Hier ein kleines Suchbild, wer findet Nimue auf dem Weg?
![Täschi und Nimue auf dem Wanderweg](wo-ist-nimue.jpg)
Schließlich war auch der Pfad irgendwann nicht mehr zu sehen. Der "einfache Spaziergang" entpuppte sich als knallhartes Survival Game. Natürlich durfte auch eine Flussüberquerung nicht fehlen. Nach solchen Querungen ist es ja immer gleich viel einfacher den Pfad überhaupt wiederzufinden. Meterweise bahnten wir uns also einen Weg durch das Dickicht. Problematisch war dabei vor allem auch die Beschaffenheit des Bodens, da wir an einem steilen Hang unterwegs waren und Löcher oder Äste nicht gut auszumachen waren. Auf der anderen Seite war das Dickicht aber auch so dicht, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass man besonders weit stürzen würde. Zwischendurch waren dann immer wieder besagte Etappen, an denen der Pfad völlig unberührt war und tatsächlich nach "einfachem Spaziergang" aussah. Zum Glück stand an einem dieser Stücke auch einmal ein Wegweiser, so konnten wir uns wenigstens sicher sein, in die richtige Richtung unterwegs zu sein.
Jedes Abenteuer findet allerdings irgendwann sein Ende, und nachdem wir uns zum Schluss noch ein wenig durch Dornen schlagen mussten, fanden wir die rettende Straße. Ebenjene Straße, die man also auch direkt zum Wasserfall entspannt hätte fahren können. Aber was wäre das für ein langweiliger Blogeintrag gewesen. Endlich konnten wir also den letzten Abstieg zum Wasserfall beginnen. Von einem Aussichtspunkt auf der Hälfte des Abstiegs konnte man bereits erahnen, welch schöner Wasserfall dort auf uns wartete. Mit letzten Kräften schleppten wir uns zum Bassin, ließen das Gepäck fallen und...es fing an zu regnen. Es goss wie aus Kübeln. Das schrieb ich, glaube ich, bereits zuvor. Aber diesmal waren es echt *große* Kübel, aus denen es goss. Innerhalb weniger Sekunden waren wir nass, als hätten wir uns gerade unter dem Wasserfall abgekühlt. Das, dachte ich mir, war genau der richtige Moment, um Täschi zu fragen, ob sie mich heiraten möchte. Entkräftet von dem Survival Pfad, unterkühlt vom Regen, genervt von den Kindern die sich wegen der Kälte beschwerten. Welch besseren Moment gibt es, in dem die Frau gar nicht *NEIN* sagen kann? So sagte sie gezwungenermaßen *JA* und steckte sich den Ring an. Die Sache war geritzt.
Als schönes Andenken wollte ich gleich ein paar schöne Fotos vom Verlobungswasserfall schießen. Leider versagte genau in diesem Moment, aufgrund der Kübel, die Kamera den Dienst. Natürlich, was auch sonst. Der Regen hörte auf, die Sonne kam wieder heraus, einige wenige Wanderer verirrten sich jetzt auch zu *unserem* Wasserfall. Frechheit! Täschi machte schöne Fotos vom Wasserfall, vom Ring, von uns vor dem Wasserfall und mit dem Ring. Wir snackten ein paar unserer Vorräte und stiegen wieder hoch zur Straße. Das war anstrengend, weil, natürlich, die Kinder beide dringend getragen werden wollten. Faulis! Den Weg, den wir gekommen waren, wollten wir selbstredend nicht zurück. Also folgten wir der Straße. Bergauf, die ganze Zeit. Nach etwa der Hälfte zog ich ohne Gepäck weiter und holte geschwind das Auto. In der Sekunde, in der ich die Familie einsammelte, wurden die nächsten *echt großen* Kübel geleert. Zum Glück kann das Auto auch heizen.
Es folgte: ein kurzer Stopp, um einen Geocache einzusammeln. Das haben wir diesen Urlaub ja sträflich vernachlässigt, eine Schande. Es folgte: eine Abfahrt. Es waren nicht weniger Kurven geworden. Also gurkten wir den Weg wieder hinab. Da unser "einfacher Spaziergang" ein wenig länger dauerte, war es nun schon spät geworden. Also gab es nur eins: Verlobungsdinner bei McDonald's. Die Kinder freuten sich natürlich riesig. Auf dem Weg dahin gab es noch mehr Kübel. Aber richtig, und wie! Stellenweise sah man nichts mehr durch die Regenwand, die gesamte Straße stand unter Wasser. Natürlich gab es dann auch noch einen Unfall auf der Strecke und wir standen erstmal schön im Stau, im Regen. Zeitweise erwog ich eine Arche zu bauen. Wir schlichen also im Schneckentempo auf überfluteten Straßen Richtung McDonalds. Schön Chicken Nuggets, BigMac und Pommes schnabulieren. Nimue entdeckte *sofort* die Tunnelrutsche und war außer sich vor Freude. Na denn, irgendjemand fand es also gut. Nach der Nahrungsaufnahme ging es zurück auf die überfluteten Straßen. Regenzeit, allright, so muss das. So machten auch die ganzen Warnschilder an den meisten Brücken und Senken Sinn. Dort steht dann nämlich immer "Wenn überflutet, nicht befahren". Wobei ich mich ein wenig frage, wie man dann überhaupt irgendwo hinkommen soll?
Kurz vor der Ankunft an der Ferienwohnung fiel Täschi noch auf, dass wir die Balkontüren offen gelassen hatten. Innerlich bereitete ich mich also schon auf Wassermassen vor, die die Treppe hinunterflossen. Aber so schlimm war es nicht, es hatte zwar ordentlich reingeregnet, aber man konnte die Situation noch mit dem Wischmop wieder unter Kontrolle bringen. Die Kinder schliefen entkräftet ein, wir kurz darauf auch. Was für ein Tag.
## Die Spielplatz Rating Agentur
So ein Urlaub mit der Familie ist ja auch immer ein großer Interessenausgleich. Nachdem weder Nimue noch Nael nach der Vulkantour oder den Wasserfällen verlangten, dachten wir uns: Zeit wieder einmal einen Kindertag einzulegen. Gut, ehrlicherweise steckte uns auch die Wanderung vom Vortag wieder einmal in den Knien und auch das Wetter ließ zu wünschen übrig: es war bewölkt, aber immerhin nicht regnerisch. Man höre und staune: wir verbrachten den Morgen *oh-ne* Maus. Ist das zu fassen? Ich fass' es nicht. Eigentlich waren im Kinderreiseführer unserer Wahl auch Wasserparks verzeichnet, aber leider hat der vielversprechendste derzeit wegen Renovierung geschlossen, die anderen beiden sind eher glorifizierte Schwimmbäder. Und was genau möchte man im Schwimmbad, wenn man das Meer, Wasserfälle und einen Pool vor der Nase hat? Eben.
Was tun mit am Kindertag also? Der Zoo fällt aus. Auch wenn der Zoo in Martinique ein Erlebnis war, fand Nimue ihn ja anno dazumal nicht besonders aufregend, der Schildkrötengarten hatte uns ja nu' auch nicht vom Hocker gehauen. Außerdem gibt es Zoos ja auch bei uns. Was es bei uns allerdings nicht gibt, sind Spielplätze im Palmenschatten. Ich wälzte das Internet und entdeckte einen Blogeintrag mit den [schönsten Spielplätzen auf Réunion](https://therosaliefamily.fr/les-plus-belle-aires-de-jeux-de-la-reunion-sont-dans-les-hauts/). Die Autorin befand, dass alle sehenswerten Spielplätze der Insel in *Le Tampon* zu finden sind. Also packten wir Kind und Kegel und machten uns auf zum diesjährigen Spielplatz Sightseeing.
Tatsächlich sind die Bilder der Spielplätze recht ansprechend. Es gibt zumindest viele Tunnelrutschen für Nimue. Der erste Spielplatz hatte eine Tunnelrutsche, die aber nicht besonders ausgiebig genutzt wurde. Generell lagen alle Spielplätze ziemlich doll in der Sonne. Also, nicht also wir unterwegs waren, es war ja bewölkt. Aber schon witzig: auf neueren Spielplätzen im quasi sonnenfreien Hamburg werden im Sommer fürsorglich Sonnensegel gespannt. In Réunion räumt man seine Kinder einfach bei UV-Faktor 18.000 in die pralle Sonne, was soll's? Die verbrennen hier ja quasi eh. Nimue schaukelte und zimmerte Nael dabei um, da er nicht so schlau hinter der Schaukel umherrannte. War nicht schlimm. Dann zimmerte Nimue Nael *noch einmal* mit der Schaukel um, weil er wieder nicht so schlau hinter der Schaukel umherrannte. Diesmal flog Nael in hohem Bogen durch die Luft und landete zerknautscht auf dem Boden. Täschi sah bereits sein Leben vor ihrem inneren Auge vorrüberziehen (dauerte nicht lange, war ja ein kurzes Leben bislang). Er stand auch erstmal nicht auf, weil er tief Luft holen musste für sein markerschütterndes Schreien. Aber war insgesamt eigentlich auch nicht schlimm, kurze Zeit später wetzte er schon wieder über den Spielplatz.
Es folgte ein weiterer Spielplatz. Der war ganz OK, es gab aber keine ernstzunehmende Tunnelrutsche, was den Juroren etwas missfiel. Dafür eine recht hohe Hängebrücke, die von Nael nach und nach in vielen Anläufen schließlich gemeistert wurde. Der Hunger und Harndrang trieb uns dann zu Hyper U. Und, man wird es mir nicht glauben, in diesem unscheinbaren Supermarkt gab es keine Warteschlange an den Kassen. Au contraire, es saßen einige Kassierer däumchendrehend herum und warteten auf Beschäftigung. Als Prozessberater würde ich den Supermärkten ja Kassierersharing nahe legen. Aber, mensch, war das erfrischend mal *nicht* stundenlang auf Abfertigung zu warten. Geiler Supermarkt, 9 von 10 Punkten (ein Punkt Abzug, weil man sein Obst selbst wiegen muss als wäre es 1992). Wir haben akut noch nicht geschaut, aber ich hoffe es gibt einen nahen Hyper U in Saint-Pierre.
Nachdem der Hunger besiegt war ging es zum dritten Spielplatz. Laut Blogeintrag *der* Spielplatz. Er lag etwas merkwürdig im lokalen Ghetto: die Häuser waren arg heruntergekommen und eine Reihe der geparkten Autos war ausgebrannt, Schrott oder es fehlten Reifen und Scheiben. Es war also eine merkwürdige Kombination aus "Hochhausblocks" und Schrottplatz. Ich fasste meinen Eindruck mit "hier würde ich ein Gangsterrapvideo drehen" zusammen. Der Spielplatz war allerdings dann tatsächlich ziemlich fresh: zwei wilde Tunnelrutschen, eine sehr lange Hängebrücke, hohe Klettertürme und Nael konnte alles selbst nutzen. Nimue und Nael wetzten fast zwei Stunden beglückt dort herum, rutschten die Rutschen und weit und breit keine Schaukel, die Naels Leben gefährden konnte. Einzig die Sitzgelegenheiten für die Eltern waren dürftig, aber die Juroren erkoren diesen Spielplatz mit wehenden Fahnen zum Tagessieger.
Zurück an der Ferienwohnung wurde noch kurz gegengecheckt, ob ein Pool auch cool ist, und das Ergebnis war: ja, ein Pool ist auch cool. Nael war vor lauter Nahtoderlebnis, Klettern, Rutschen, Schwimmen und kurzem Mittagschlaf so fertig, dass er noch vor dem Abendessen auf Mama in der Hängematte eingeschlafen ist. Der Rest snackte Tortellini mit Tomate und Mozzarella und kümmerte sich dann auch um das Einschlafen.
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title: "Die Midurlaubs Crisis beginnt"
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Sie dürfen anscheinend in keinem Urlaub fehlen: die Krisentage in der Mitte. Wenn Sonne, Hitze, wenig Schlaf und ein merkwürdiger Schlafrythmus an den familiären Nerven zehren. Auch diesmal wurden wir nicht verschont und uns waren anstrengende und ereignisarme Tage beschert.
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## Schakkeline
Unser Gastgeber empfahl uns als kindergeeignete Wanderung einen Ausflug zum [*Cascade Jacqueline*](https://www.openstreetmap.org/node/4415275304). Er sei schön und badegeeignet, außerdem hält sich die "Wanderung" in Grenzen. Ja, so war es dann auch. Ein kurzer Trip durch den Dschungel mitsamt schönen Ausblicken auf den Fluss Langevin, der direkt dort ins Meer fließt. Einige Kletterpartien, die Nimue souverän und stolz absolvieren konnte und eine Flussquerung als besonderes Abenteuer am Ende. Der Wasserfall ist auch wieder wunderschön und hat tatsächlich auch eine Art "Strand", also einen brillanten Einstieg in das Becken für Kinder.
Leider sind unsere Kinder immer nicht so begeistert, wie man es sich wünscht, wenn es ums Baden an den Wasserfällen geht. Anscheinend ist das Wasser zu kalt oder so, wir können es uns nicht so richtig erklären. Nur wenn ich reingehe, möchten sie mit, aber dann eigentlich auch nur auf dem Arm und *bloß nicht* mehr als mit den Füßen ins Wasser. Na ja, das macht man halt mit ca. 30 kg im Arm auch nicht besonders lang. Dann sitzt man eben am Wasserfallstrand, versucht Fotos zu machen, aber währenddessen meint Nael an der Kamera herumdrücken zu müssen. Also auch keine Fotos. Dann sitzt man eben am Wasserfallstrand und sorgt sich, weil es nicht genug Schatten gibt. Dann sitzt man eben nicht mehr am Wasserfallstrand, sondern macht sich auf den Weg zurück. Der wird dann begleitet von "Können wir jetzt ein Eis? Können wir jetzt in den Pool? Können wir jetzt Maus schauen?".
![Wasserfall mit Langzeitbelichtung](cascade-jacqueline.jpg)
Wir waren also früher als gewünscht wieder am Auto. Immerhin gab es am Parkplatz einen Kletterbaum, dessen Erkletterung Nimue gut fand. Nael chillte so lange fertig in der Kraxe herum, während wir uns fragten, was man jetzt mit so einem angebrochenen Tag treiben sollte. Von demselben Parkplatz aus war es noch ein kurzer Spaziergang zum [*Pointe de Langevin](https://www.openstreetmap.org/node/7520346285), seines Zeichens der südlichste Landpunkt, der zur EU gehört. Ja Mensch, da muss man ja wohl gewesen sein. Die Küste ist hier recht wild, schroffe Lavafelsen und hohe Wellen, die daran hochspritzen. Schon schön. Zudem wehte ein kühlender Wind. Am Punkt selbst gab es dann sogar einen Geocache. Es sollte der erste in diesem Urlaub werden. Da man ja aber in Lavagestein umher kraxelte, war die Suche echt richtig schwierig. Jeder Fels hatte natürlich 5 "Höhlen" bei denen man sich dachte "hier ist ein *optimales* Geocache Versteck. Und es gab viele, viele Felsen. Als wir eigentlich schon aufgegeben hatten, fasste sich Täschi ein Herz aufgrund meines traurigen Gesichts. Schließlich wäre es ja passenderweise der südlichste EU Geocache, den wir gefunden hätten. Und, siehe da, beim dritten Absuchen des Felsens, den wir eigentlich direkt im Verdacht hatten, fand Täschi dann heldenhaft den Cache. Yeah!
Viel gab es danach nicht mehr für uns zu tun. Einkaufen, Pool, Abendessen (Tortellini in Salbeibutter. Es gab keinen frischen Salbei, aber getrockneter Salbei ging erstaunlich gut).
![Nimue und Täschi in Lavafelsen vor dem Meer](pointe-langevin.jpg)
## Offday in der Butze, Kampftag mit der Katze
Nael hatte nun ganz offiziell seinen Sonnenstich weg. Ungefähr eine Minute nach dem Aufstehen war er wieder weggepennt und schlief dann den gesamten Vormittag erst einmal den Schlaf der Gerechten. Nimue nutzte gekonnt die Gelegenheit und schaute gottlos lange die Sendung mit der Maus. Mittlerweile kennt sie dann alle unserer runtergeladenen Episoden auswendig, aber das scheint sie ja immer nicht zu stören. Einen Zaunkönig könnte sie nun wohl aus 300 m Entfernung erkennen und ein Referat über die Produktion von Schokoküssen halten. Aber gut, immerhin ist es gutbürgerliches Bildungsfernsehen, das sie schaut. Wäre jetzt schlimmer, wenn es Paw Patrol wäre.
Als irgendwann mein Kreislauf mit genug Kaffee gepimpt war, bin ich mit ihr in den Pool gezogen. Nach ausgedehnter Badesession war Nael immer noch völlig fertig mit der Welt. Daher hingen wir weiter planlos an der Ferienunterkunft herum. Das gab mir zumindest Gelegenheit, weitere Maßnahmen gegen die Katze zu ergreifen. Welche Katze? DIE Katze. Diese scheiß nervige Katze. Wir haben hier an der Hütte eine Katze. Sie ist schwarz. Das ist alles Positive/Neutrale das es über dieses Mistvieh zu berichten gibt. Am Anfang dachten wir noch blauäugig "Ach wie süß, eine Katze". Aber es ist die Ausgeburt der Nervigkeit. Sie ist erstmal konstant da und streicht um die Beine. Und konstant ist hier kein Stilmittel der Übertreibung. Sind wir da, ist die Katze da. Sind wir *im* Haus, belagert uns die Katze auf der Terrasse. Bliebe es dabei, fair enough. Öffnet man die Tür nur einen Spalt, rennt die Katze rein und versucht etwas Essbares aufzutreiben. Wenn man sie rausjagen will verkriecht sie sich hinter der Küchenzeile. Wenn sie durch das um die Beine streichen nichts zu essen bekommt, springt sie auf Stühle, auf Schöße oder sogar auf den Tisch und versucht Essen zu klauen. Das ist ein Abendessen mal ganz witzig, aber zwei Wochen lang ist *richtig* nervig.
Weil sie auch nicht aufhört. Zwei Wochen lang geben wir uns das jetzt schon. Ich eskaliere zunehmend unsere Gastfeindschaft, aber das Vieh ist vollkommen merkbefreit. Nachdem das übliche Anmeckern, laut klatschen oder rufen so gar keinen Effekt hatte, habe ich sie irgendwann mit Wasser überschüttet. Sie rennt dann 5 Sekunden weg und probiert es erneut. Ich habe Eiswasser benutzt, extra für das Verjagen kühl gestellt. *The cat came back*, aber nicht erst *the very next day* sondern *the very next second*. Ich habe vom Pool eine Wasserpistole mitgehen lassen und schieße auf sie. *The cat came back*. Ich habe angefangen Steine neben die Katze zu werfen. Ich habe Steine gegen die Katze geworfen. Ich habe die Katze von der Terrasse geworfen. Ich habe sie über die Terrassenbrüstung geworfen. Ich habe sie in einen Dornenstrauch vor der Terrasse geworfen. Ich habe sie mit einem Stock gepikt. *THE FUCK-ING CAT CAME BACK*. Ich bin auf nichts davon stolz, ich will ihr nicht wehtun. Ich will nicht, dass die Kinder das sehen. Aber ey, man kann nicht den Kaffee auf der Terrasse trinken, das Frühstück, Mittag- oder Abendessen essen, nicht abends gemütlich Weinchen auf der Terrasse trinken, ohne, dass diese Katze versucht uns oder den Kindern was aus der Hand zu essen, oder am Trinken zu trinken. Oder, wenn ich das hier schreibe, über die Tastatur zu laufen. Man kann unten nicht lüften, ohne dass die Katze in die Wohnung geht. Keinen Rucksack nach einer Wanderung 5 Minuten auf der Terrasse stehen lassen, wenn da vielleicht noch Kekse drin sind. Wenn die Katze in die Wohnung kommt, dann ist sie in 2 Sekunden auf der Ablage am Essen von gestern, das man vielleicht noch essen wollte, oder versucht den Mülleimer umzuwerfen.
Als die Katze einmal in der Wohnung war, ist sie vor mir auf den Balkon geflüchtet. Ich habe beide Türen zugemacht. Irgendwann hat die Katze gelevelt und konnte plötzlich *doch* vom Balkon springen. Ich habe den großen Mülleimer mit Deckel nach draußen geholt und da die Katze reingesteckt, damit wir mal ein Abendessen in Frieden essen können. Fehlanzeige: trotzdem ich meine Wanderschuhe und eine volle Wasserflasche auf den Deckel gestellt habe, kam sie irgendwann raus. So etwa 30 Sekunden war sie nicht zu sehen, dann versuchte sie wieder auf Nimues Schoß an Essen zu kommen. Wir haben halt auch einfach gar keine Stühle und keinen Tisch *in* der Wohnung, um da zu essen. Die Terrasse *ist* unser Wohnzimmer und irgendwie teilen wir uns das mit dieser bekackten Katze. Der Vermieter sagt, sie sei irgendwann nach Weihnachten aufgetaucht. Ich sagte, sie nervt. Er sagte "Bof, donc, bref, frommage" oder was Franzosen halt so sagen. Er hatte auch kein Rezept, aber schien nun auch keine Anstalten zu machen den Kammerjäger oder das lokale Tierheim mit dem Problem zu beauftragen.
Heute Abend hatte ich den ersten "Erfolg". Die Katze landete wieder im Mülleimer, diesmal drehte ich ihn um. So konnte die Katze nicht raus, wir konnten das erste friedliche Abendessen im Urlaub einnehmen (zumindest hier an der Ferienwohnung). Also friedlich, bis auf das klägliche Miauen aus dem Mülleimer. Man muss der Katze immerhin zugutehalten, dass sie nicht aggressiv wird, sie lässt sich herumschleppen und -werfen. Sie kommt halt *immer* wieder. Ich bin echt schon am Überlegen, ob ich die Katze, jetzt, wo ich ein geeignetes Transportgefäß habe, einfach irgendwohin fahre und sie da rauslasse. In der Hoffnung, dass sie nicht wieder kommt. Jetzt, da ich diese Zeilen auf dem Balkon tippe, schaue ich nach unten, und - guess what? - die Katze sitzt auf der Terrasse vor der Wohnungstür in ihrer Belagerungsstellung. Auf dass jemand unachtsam die Tür 300 ms auflässt.
Anyway, wo war ich? Ach ja, wir chillten an der Wohnung herum, Nael chillte am härtesten, aber es fehlte an weiteren geeigneten Chillplätzen. War bislang noch nicht aufgefallen, weil wir nicht chillten, aber eine Hängematte, das wär's...und wisst ihr, was das bedeutet? Ab zu Decathlon, yehaww! Da gab es Hängematten in ungeahnter Anzahl (wenn auch die Auswahl begrenzt war). Tatsächlich bestand der halbe Laden aus Aufstellern mit Hängematten. Auch das scheint ein Addon zu sein, das sich so mancher Urlauber hier gönnt. Und es ergibt Sinn, wie wir kurz später an einem weiteren Strand erfahren durften. Die Hängematte wurde dann zu Täschis Zufriedenheit erfolgreich auf dem Balkon montiert und ist nun ein geeigneter Chillplatz. Den Spielplatz vor Decathlon fanden die nun hart angechillten Kids an diesem Tag nicht so geil. Standesgemäß motzte Nimue aber dann die gesamte Rückfahrt, warum wir nicht mehr auf dem Spielplatz seien. Nachdem sie *auf* dem Spielplatz eigentlich, wie die Katze, ständig nur um uns herumgeschlichen war und nichts mit sich anzufangen wusste. Es folgte auf das Geschrei der Rückfahrt nur noch ein schnelles Abendessen und die Bettverfrachtung der Kinder (und Erwachsenen)
## Ein Highlight der Insel mitten in der Urlaubskrise
Ein Foto, das man definitiv immer zu Gesicht bekommt, wenn es um Réunion geht, ist der Wasserfall (bzw. die Wasserfälle) [*Cascade de Grand Galet*](https://www.openstreetmap.org/node/13207404472). Dementsprechend rechnete ich schon damit, dass der Andrang potentiell riesig sein würde, insbesondere, da es wieder ein Wasserfall ist, bei dem man bequem mit dem Auto zur Aussichtsplattform fahren kann. Also hieß es für uns früh loskommen. Keine leichte Aufgabe. Man sollte meinen, dass es mit den Kindern, die ja schon meist vor 6 Uhr wach sind, einfach ist. Spoiler: ist es nicht. Geschafft hatten wir so etwa um 7:30 loszukommen und waren um 8:30 da. Es war Sonntag. Man fährt zu den Wasserfällen eine kleine Bergstraße entlang des Flusses *Langevin*. Aus irgendeinem Grund ist dieser Fluss *der* Spot für das sonntägliche Get Together der Réunionaisen. Was da schon los war. Das gesamte Ufer war bereits vollgeparkt; Kinder, Familien, Hühner, Hunde, ganze Schweine torkelten über die Straße. Die Familien packten ihren gesamten Hausstand für das sonntägliche Picknick aus und schleppten es ans Flussufer. Grills, Pavillons, Campingbänke, -tische, -stühle, Musikanlagen. Wir wunderten uns ein wenig, weil *so* schön ist der Fluss nu' nicht. Aber gut, der Schwarzenberg in Harburg war jetzt auch nie *schön*, aber er ist eben der Ort für das sonntägliche Get Together, den die Community auserkoren hat. Zudem wirkten die Flussufer am *Langevin* auch zugänglich, das Wasser für Kinder flach. Vielleicht reicht das schon. Und wer möchte seinen Hausstand auch durch einige Kilometer Wald tragen?
Ein bisschen ängstlich ob der Parkplatzsituation am Wasserfall waren wir (oder: mindestens ich) bei der weiteren Fahrt dann schon, wenn es hier unten an anscheinend unspektakulären Plätzen schon *so* aussah. Aber die Sorge war umsonst. Tatsächlich kamen wir am Parkplatz an und er war leer. Wir stellten also das Auto ab, stiegen aus und froren erstmal. Wir waren so früh, dass das Tal noch im Schatten lag und die 24 Grad ließen uns erstmal frösteln. Täschi verspeiste unser Mittagessen erstmal als Frühstück, weil sie sich ja für's Frühstücken immer zu fein ist. Ohne Proviant saßen wir also frierend um 8:30 in der Nähe des Wasserfalls. Nachdem alles aufgesattelt war, zogen wir los. Wir wollten natürlich unten an das Becken. Der erstbeste Wanderweg führte uns runter an den Fluss - zack - schöner Wasserfall. Nicht *der* Wasserfall, aber schöner Wasserfall. Die Wege waren steil und verlangten uns und Nimue im Besonderen einiges ab. Zum Glück waren wir so früh. Erstens kam uns die "Kälte" nun entgegen, zweitens möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie die Gegend bei üblichen Tourimengen aussieht. Ich vermute großen Stau auf den engen, steilen Pfaden.
Wir tasteten uns also vorsichtig dem Oberlauf des Flusses entgegen. Langsam und mühsam ging es vorwärts, doch irgendwann endete der Weg leider in einer Sackgasse. Immerhin an einem weiteren schönen Wasserfall. Also noch mal hoch zur Straße. Bei nächster Gelegenheit wieder einbiegen, steile Bergetappe. Schöner Wasserfall, aber Sackgasse. Steilen Berg wieder hoch. Langsam schlich sich die Sonne doch in das Tal, das Thermometer sprang direkt wieder über die 30 Grad Marke. Wir latschten zur Aussichtsplattform. Es war heiß. Nimue wollte mit ihrer Kamera Fotos vom Wasserfall machen, aber verzockte die Bedienung. Das führte natürlich zu einem Anfall. Vor *dem* Signature Fotomotiv der Insel fochten wir also einen Kampf mit unserem Kind aus. In diesem Zustand und bei dieser Hitze wagten wir keinen erneuten Abstieg. Langsam füllte sich außerdem der Parkplatz und ließ uns erahnen, was hier noch auf uns zukommen würde. Daher schoss ich nur ein paar lieblose Fotos aus der Hüfte, stopfte das abgekämpfte Kind in die Kraxe und wir latschten zum Auto zurück.
![Cascade Grand Galet. Mehrere Wasserfälle fallen in ein kristallblaues Becken](cascade-grand-galet.jpg)
Der ursprüngliche Plan war es, zunächst schnell den *Cascade Grand Galet* abzuhaken und danach entspannt den [*Cascade Trou Noir*](https://www.openstreetmap.org/node/5037716059) abzuchecken. Dieser wurde uns wieder in unserem Kinderwanderführer empfohlen. Leider, so stellte sich heraus, lag er quasi direkt nebenan. Weiter unten am Fluss, wo die Parkplatzsituation ja aufgrund des Großen Picknicks bereits bei der Anreise angespannt war. Wir sparten uns diesen Wasserfall also. Nun war es so gegen 10. Der gesamte Tag lag noch vor uns. Die Sonne brutzelte unerbittlich, die Kinder waren motzig und wir hatten keinen Plan, wie es nun weitergehen sollte. Das beste Rezept für einen gelungenen Urlaubstag. Einige Tage zuvor mussten wir ja unser *Bassin Bœuf* links liegen lassen, nun war also der Tag gekommen eben jenes aus der Trickschublade zu holen.
Besagtes Bassin mitsamt Wasserfall lag allerdings auf der Nordseite der Insel. Man muss aber sagen, im Gegensatz zu Martinique, kommt man auf Réunion ziemlich schnell herum. Eigentlich kann man, bis auf die verrückten abgelegensten Orte wie den Vulkan oder Cilaos, alles autozugängliche in unter 2 h Fahrt erreichen. Das besondere Feature an diesem Tag war, dass wir so weit im Osten waren, dass wir über die östliche Küstenstraße geleitet wurden. Diesen "abgelegenen" Teil der Insel hatten wir noch nicht zu Gesicht bekommen.
So cruisten wir also frohen Mutes auf besagter Küstenstraße in den "wilden" Teil der Insel. Die Straße wurde enger, die Orte spärlicher und wir wurden mit besonders schönen Aussichten auf Land und Meer belohnt. Als besonderes Highlight wurden wir über die *~~Crême~~ Grand Brûlée* geführt. Das ist ein Abschnitt, wo der Vulkan derzeiten am liebsten seine Ejakulation ins Wasser fließen lässt. Man fährt also in immer spärlicher bewachsene Gebiete, bis zu einer großen ausgebrannten Fläche, wo auch immer mal die Küstenstraße erneuert werden muss. Sieht schon gespenstisch aus und sollte ein kleiner Vorgeschmack auf die tatsächliche Hochebene des Vulkans werden.
Irgendwann erreichten wir also unser *Bassin Bœuf*. Der Himmel war zunehmend wolkig und wir wanderten frohen Mutes los. Zum eigentlichen Bassin hatten wir einen überragenden Ausblick, aber sparten uns den Abstieg aufgrund der allgemeinen immer noch angespannten Stimmung. Am Oberlauf erspähten wir ein schattiges Plätzchen mit kindergeeignetem Einstieg und flachem Wasser. Dort schlugen wir also unser Lager auf, aber es änderte nichts am grundlegenden Gemotze. Niemand wollte ins Wasser, Nael war müde, aber zierte sich ein wenig beim Einschlafen. Nimue langweilte sich und motzte unter anderem über den immer mal wieder einsetzenden Nieselregen. Kekse essen und Steine ins Wasser schmeißen halfen leidlich, irgendwann entdeckte Nimue immerhin das Klettern über die Steine für sich. Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, begleitet von kontinuierlichem Gemotze. An der Ferienwohnung folgte wieder eine übereilte Bettverfrachtung.
![Das Bassin Bœuf von oben betrachtet](bassin-boeuf.jpg)
## Kriminelle Urlauber
Der nächste Tag begann so, wie der Letzte endete. Leider war uns zunächst eine unruhige Nacht beschert, das Morgenritual war also direkt angespannter aufgrund allgemeiner Aufgekratztheit und Müdigkeit. Ich merkte schon, dass an diesem Tag bei mir nichts zu holen war. Nael eröffnete direkt mit einem unerklärlichen Ausraster, der irgendwie nicht einzufangen war. Irgendwann fasste sich Täschi ein Herz, stopfte ihn gegen seinen Willen in die Trage und zog mit Nimue zum Pool. Ich war ihr unendlich dankbar, Nael schlief auch relativ schnell ein. Kein Wunder, da er ja nachts kaum geschlafen hatte.
Da mein Fitnesslevel zu wünschen übrig ließ, spähten wir eine kurze Wanderung mitsamt Strand aus. Der [Piton Grande Anse](https://www.openstreetmap.org/node/4075153619) wollte erklommen werden. Zunächst mussten aber Vorräte aufgefüllt werden, da wir keinerlei Snacks für das Mittagspicknick hatten. Also ab zum Carrefour war die Devise. Einkaufen ist hier immer so eine Sache für sich. Erstens ist alles absurd teuer, aber das ist wohl der Preis, den man zahlt, wenn man sich am Rande der Zivilisation aufhält. Aber die Supermärkte sind meist unendlich riesig, sodass man sich verläuft und v.a. wartet man *immer* zwei Jahrhunderte an den Kassen. Dafür, dass Réunion mit großer Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat, wundert man sich, warum ein Supermarkt mit gefühlten 8.000 m² nur eine Kasse öffnet (von 200 Kassen, die es theoretisch gibt). Um den Prozess zu beschleunigen, wollten wir an die Selbstbedienungskasse. Dort wies man uns darauf hin, dass wir mit unserem Wagen nicht durch eben jene Kasse dürfen. Also mussten wir unseren Mittagssnack umpacken in einen kleinen Einkaufswagen. Ich sollte den großen woanders rausfahren (wir wollten ja unseren Euro wieder haben). Ich fuhr den Einkaufswagen also zur Information, wo es auch einen Ausgang gibt. Dort stand eine vom Personal errichtete Barrikade, bestehend aus einem weiteren Einkaufswagen. Besagtes Personal ließ mich nicht an der Barrikade vorbei, ich solle mich mit meinem leeren Einkaufswagen bitte bei der Kasse anstellen, wo schon 400 andere Menschen *mit* Einkäufen anstanden. Ja, äh, wie wäre es mit "Nein, danke"?! Ich schlich unverrichteter Dinge mit meinem Einkaufswagen durch den Laden. Ich wägte meine Optionen. Auf den Euro verzichten und den Wagen einfach stehen lassen? Das hätte mir Täschi vermutlich nie verziehen. Ich brauchte also eine Lösung. Eine Zeit lang umkreiste ich einen leeren Einkaufswagen und spielte mit dem Gedanken, meinen Einkaufswagen einfach an diesem loszuwerden. Aber diese Lösung erschien mir nicht besonders ritterlich. Wie ich also so meine Kreise zog, erspähte ich irgendwann, dass die Barrikade an der Information unbewacht war. In bester Ninja Manier wählte ich einen Anfahrtsweg, der mich möglichst unbeobachtet an die Information heranführte. Bei günstiger Gelegenheit räumte ich die Barrikade und bahnte mir so meinen Weg in die Freiheit. In der Zwischenzeit war Täschi auch beinahe an der Selbstbedienungskasse fertig. Schnell düsten wir in unserem Fluchtauto davon. Als Strafe wussten wir aber, dass wir an diesem Tag *noch einmal* einkaufen mussten. Bei diesen Temperaturen kann man ja leider die regulären Einkäufe nicht den ganzen Tag im Auto liegen lassen.
Wir parkten am Wanderparkplatz am *Piton Grande Anse* und bestiegen diesen Berg. Mit Nael in der Kraxe und dem gesamten Strandgepäck an Bord war der Aufstieg wieder einmal sehr beschwerlich. Aber der Ausblick auf die Küste in beide Richtungen wieder sehr schön, kann man nicht leugnen. Vom Aussichtspunkt ging es nun zum Strand hinab. Die Strömungen dort am Strand sind so gefährlich, dass man nur in einem angelegten Becken schwimmen darf. Wir schlugen unser Lager auf und hier lernten wir nun, warum Hängematten ein so gefragter Artikel sind: es wäre das Hängemattenparadies gewesen. Natürlich waren wir unvorbereitet und unsere Hängematte hing an der Ferienwohnung. Ich war vom Auf- und Abstieg völlig platt, Täschi schnappte sich die Kinder und wollte baden gehen. Kaum waren sie im Wasser angelangt, kam die Polizei. Der starke Arm des Staates scheuchte alle Badenden aus dem Wasser. Warum? Habe ich nicht so ganz verstanden, lediglich, dass man heute nicht baden dürfe. Großes Kino! Nachdem die Beamten wieder weg waren, gingen alle wieder ins Wasser. So auch Täschi mitsamt Kindern. Erstaunlicherweise endete der Tag nicht im Gefängnis, auch wenn Nimue sich davor fürchtete. In der Zwischenzeit hatte sie außerdem einen Kiosk mit Eis und Maracujasmoothies ausgemacht. Ich stellte mich an. Es dauerte standesgemäß hundert Jahre bis ich dran war. Es gab keine Smoothies mehr. Immerhin Eis konnte ich für die Kinder organisieren. Es folgte das große Mittagschlafen von Nimue, Nael und mir. Täschi konnte ordentlich lesen. Nun ging es zurück, zum Glück mussten wir den Gipfel nicht noch einmal erklimmen, sondern konnten herumgehen, so hielten sich die Höhenmeter in Grenzen.
![Ausblick vom Piton Grande Anse über Meer und Felsklippe](piton-grande-anse.jpg)
Ein weiterer Einkauf stand nun auf dem Programm. Da wir vom Carrefour die Schnauze voll hatten, steuerten wir einen E.Leclerc an. War ein bisschen, aber auch nicht *so* viel besser. Immerhin hatten sie Nachfüllpatronen für unsere Mückenvertreibungsgelöt, aber natürlich für absolute Mondpreise. Zum Abendessen gab es Baguette und eine exklusive Auswahl von Wurstwaren, Käse und Frischkäse. Es mundete. Wie der nächste Tag zeigen sollte, war nun aber die Midurlaubskrise überwunden.
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title: "Nichts Als Wasserfälle"
date: 2026-01-10T05:24:24+03:00
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Seit einer Woche sind wir nun auf dieser abgelegenen Insel. Hier gibt es nur Wasserfälle. Keine 5 Meter kann man sich frei bewegen, ohne gegen den nächsten Wasserfall zu laufen. Um es in Nimues Worten von heute Morgen auszudrücken: "Boah, nicht NOCH ein langweiliger Wasserfall". Aber die Wasserfälle sind wun-der-schön!
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## Ausrüstung ist das halbe Leben
Unser antizyklischer Urlaub in der Hitze stellte uns zunächst vor die Herausforderung, dass wir kein geeignetes Schuhwerk für die Kinder mehr hatten. Die Beiden sind am Ende des Sommers jeweils deutlich gewachsen, deshalb fehlten passende Sandalen. Darum hieß es zunächst einmal Schuhwerk in Saint-Pierre aufzutreiben. Der örtliche Babyausstatter versorgte uns mit besagten Sandalen, die aber eher strand-chic denn wandertauglich waren. Das neue Schuhwerk wollte direkt getestet werden und auf Empfehlung unserer Vermieter steuerten wir den [*Jardin des Tortues*](https://www.lejardindestortues.re/) an. Im Schildkrötengarten gab es dann tatsächlich viele Schildkröten. Kleine Schildkröten, große Schildkröten. Schildkröten im Wasser, Schildkröten an Land. Schildkröten, die gerade neue Schildkröten produzierten. Schildkröteneier, Babyschildkröten. Große Schildkröten zum Streicheln und Abschrubben mit Bürsten und Wasser. Wir schauten uns Schildkröten an, wir streichelten Schildkröten, wir schrubbten Schildkröten und hinterher gab es im Schildkrötenimbiss Pommes und Eis (enttäuschenderweise gab es kein schildkrötenförmiges Eis). Durch den Schildkrötensouvenirshop am Ausgang kamen wir ohne ein Schildkrötenkuscheltier oder eine Schildkrötenpostkarte zu kaufen.
Nach der Schildkrötenüberdosis musste mehr Ausrüstung her. Ich bin ja ein Decathlon Opfer, also mussten wir zu Decathlon. Auf der Einkaufsliste standen winddichte Softshells, da die Wetterkarte verriet, dass es in den Bergen durchaus Regen, Wind und lediglich 15-20 Grad haben kann. Zu dem Zeitpunkt glaubte ich ja noch daran, dass wir an unsere Wanderleistung in anderen Urlauben anknüpfen könnten. So kam es (bislang) nicht und die erste Woche war auch geprägt von einer Hitzewelle, sodass die Softshells bislang sinnlos waren. Aber gut, ich wollte unserem Equipment schon lange so etwas hinzufügen, es wird uns schon noch helfen, wenn auch nicht unbedingt in diesem Urlaub.
Vor dem Decathlon gab es dann noch einen netten Spielplatz im Halbschatten, gebaut um die neuen Sportgeräte direkt ausprobieren zu können. Dort verbrachten wir dann noch den verbleibenden Nachmittag, die Kinder kletterten und balancierten fröhlich vor sich hin.
## Nun aber Wasserfälle
In unserer Unterkunft liegt praktischerweise der Reiseführer [150 Sorties Marmailles](https://austral-editions.com/index.php?id_product=4&rewrite=150-sorties-marmailles&controller=product). Dieser umfasst, wie der Name vermuten lässt, 150 Ausflugsziele und Wanderungen speziell für Kinder auf Réunion. "Marmailles" ist ein spezielles Wort des réunionischen Créole und bedeutet "Kinder". 4 von 5 vorgeschlagenen Ausflügen sind - wie sollte es anders sein? - Wasserfälle. Die einfacheren Wanderungen sind alle etwa unter 2 km weit, aber oft haben es die Höhenmeter in sich. Wie dem auch sei, unser erster Test führte zum [*Bassin Sassa*](https://www.openstreetmap.org/search?lat=-21.253136&lon=55.471416) in dem netten Örtchen *Entre-Deux*. Es war heiß, wie sich später und die nächsten Tage herausstellte, lag die gefühlte Temperatur in den mittigen 40ern. Der Weg führte an einem Flüsschen entlang, besagtes Flüsschen musste auch einige Male überquert werden. Genau der richtige Auftakt für Klettermaus Nimue, sie fand es großartig. Am *Cascade Sassa* angelangt erlangten wir ein schattiges Plätzchen zum Planschen im Flusslauf. Leider war der Weg zur "richtigen" Badestelle unten am Wasserfall eingestürzt. Ein kurzes Scouting ergab leider keine anderen kindertauglichen Wege. So mussten wir uns also mit dem Blick von oben auf den Wasserfall begnügen. Ein bisschen traurig waren wir, es sah sehr einladend zum Baden aus, aber wir wussten ja auch noch nicht, wie oft wir in den nächsten Tagen noch in den Genuss von Wasserfallbadelandschaften kommen sollten.
Der Rückweg führte dann durch das wochenendlich-verschlafene Entre-Deux. Die Hitze verlangte nach einem Eis. Zum Glück fanden wir zwischen all den geschlossenen Läden ein Kleinod, in dem wir richtig leckeres selbstgemachtes Mango-, Maracuja und Schokoeis erhielten. Der Tag wurde nach der Rückkehr beschlossen mit ausgiebigem Baden im Pool.
## Der nächste Wasserfall
Die Nächte sind früh vorüber. Zwischen 5 und 6 Uhr weckt die Sonne die Kinder, die Kinder wecken uns. Der Kreislauf des Lebens beginnt, der Kreislauf der Eltern hinkt trotz Kaffee hinterher. Heutiger Programmpunkt, [Les Trois Bassins](https://www.openstreetmap.org/search?lat=-21.045293&lon=55.246787). Irritierenderweise sind besagte Trois Bassins nicht am *Ravine des Trois Bassins*, sondern am *Ravine Saint-Gilles*. Konsistente Namensgebung geographischer Features nicht die Stärke der Menschheit. Auch diese Wanderung sollte eher kurz aber höhenmeterintensiv sein. Bei sengender Hitze wagten wir also den Abstieg zum *Bassin des Aigrettes*. Leider ziehen kurze Wanderungen zu den touristischen Highlights natürlich nicht nur uns, sondern auch alle anderen Menschen an. So war es dementsprechend voll und eng auf den verschlungenen Pfaden ins Tal. In diesem Fall aber vielleicht hilfreich: schon am Einstieg des Trails war ein hoher Zaun, der auf die Instabilitäten der Felsen hinwies. Mehrere Absperrungen dieser Art galt es zu überwinden. Wäre niemand anderes durch die Löcher in den Zäunen geschlüpft, hätte es uns vielleicht spätestens bei der dritten Absperrung zum Umkehren bewogen. So war eher Autobahnverkehr und Stau an den Engpässen angesagt, aber man war beruhigt, dass man ggf. nicht alleine sterben würden. Ein Stück des Weges legt man auch in kleinen Kanälen zurück, in denen man schon mal etwas Abkühlung bekommt. Der Wasserfall ist wunderschön.
![Langzeitbelichtung eines Wasserfalls](bassin-des-aigrettes.jpg)
Die Sonne stand wieder einmal im Zenit als wir den Wasserfall erreichten. Daher gab es nur sehr wenige Schattenplätze, die natürlich heiß begehrt waren. Wir planschten und badeten eine Runde im Bassin, aber es gab keinen ausgedehnten Aufenthalt zwischen den engen Felsen. Der Rückweg war zwar nicht länger geworden, aber bedeutend anstrengender: erstens ging es bergauf, zweitens wollten beide Kinder getragen werden. Trotz meines rudimentären Trainingsprogramms daheim machten mir die ~35 kg Marschgepäck (17 kg Kind, 4 kg Kraxe, 3 kg Wasser, undefiniert schwere Fotoausrüstung, Essen, Wickelzeug, Badezeug) bei gefühlten 45 Grad und bergauf zu schaffen. Wir mussten uns wohl weiterhin, insbesondere bei dieser Wetterlage, mit den 2 km Wanderungen begnügen. Das verschloss uns natürlich die abgelegeneren Highlights der Insel. Aber wer weiß, nicht ganz zwei Wochen haben wir noch und es scheint etwas abzukühlen und wir trainieren ja jeden Tag fleißig.
Es folgten ein Eis an der Tankstelle, das Einkaufen im Carrefour, das Baden im Pool und das Abendessen. Die Mangos schmecken wieder ganz anders als zu Hause.
## Es gibt auch Strände auf einer Insel
Die Wanderung steckte uns in den Knochen (insbesondere in den Knochen der Knie), die angekündigte gefühlte Temperatur lag immer noch in den 40ern. Ein Strandtag sollte her. Wir legten also die Wasserfallserie zunächst auf Eis und suchten nach Stränden. Das ist auf Réunion nicht ganz einfach. Wie es sich für eine Vulkaninsel gehört gibt es einmal schwarze Strände, die aber natürlich besonders heiß und unschattig sind. Die Strände aus Korallensand sind auch meistens nicht besonders schattig, aber die Hauptschwierigkeit scheinen Haie zu sein. Die nahen Korallenriffe erzeugen zwar Strände und Schnorchelgelegenheiten, locken aber eben auch Haie nah an den Strand. Irgendwie glaube ich zwar nicht, dass Haie, die so küstennah überhaupt noch schwimmen und jagen können, *wirklich* wild Menschen attackieren, aber auf der anderen Seite muss ich ja meine Kinder nicht fressen lassen (ich schicke sie ja schon in einsturzgefährdete Schluchten). Daher hält man sich wohl besser an die überwachten Strände.
Einen davon hatten wir quasi direkt vor unserer Nase: [der Stadtstrand von Saint-Pierre](https://www.openstreetmap.org/search?lat=-21.344269&lon=55.472964). In den *Jardins de la Plage* kann man sich mit den Kindern schon aufhalten. Einige Bäumchen spenden Schatten, es gibt echte und künstliche Liegewiesen, die ein bisschen angenehmer sind als der heiße und sandige Sand. Außerdem gibt es als Highlight einen Wasserspielplatz. Diesen nutzten die Kinder ausgiebig und wir konnten im Palmenschatten daneben liegen. So gab es dann den ganzen Tag auch nur einen Ausflug ins echte Meer, aber man kann wirklich innerhalb der ersten 15 Meter des Wassers schon Korallen mit Fischschwärmen erschnorcheln. Es ist jetzt nicht das Great Barrier Reef, aber es ist super zugänglich. Jetzt bin ich denkbar unbewandert in Fischklassifikationen, aber einige "Findet Nemo"-Charaktere kann man entdecken. Gesehen habe ich beispielsweise den Picasso-Drückerfisch, den Honigwaben-Zackenbarsch und den Gemeinen Wimpelfisch. Aber Fischschwärme, lange aalartige Fische; alles, was es braucht, gibt es da zu finden. Nur die Korallen sehen leider nicht so fit aus. Die scheinen auch von den hohen Wassertemperaturen geschädigt, so wie überall auf der Welt.
Gezeichnet von den spitzen Steinen am Strand und den spitzen Steinen an den Wasserfällen führte uns der nächste Stopp zu...Decathlon. Wasserschuhe sollten her. Leider sind wir ja gekommen, nachdem Heerscharen weihnachtsreisender Franzosen auch über die Insel gezogen sind. Wir waren wieder einmal nicht die einzigen, die unvorbereitet ohne Wasserschuhe kamen: im Decathlon unserer Wahl waren die Kinderwasserschuhe restlos leergeräubert. Aber immerhin konnten wir noch ein Eis auftreiben, war die Anfahrt immerhin nicht vergebens.
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title: "Höhenmeter - Das Gute-Laune-Barometer"
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Réunion ist klein, aber oho. OK, das musste einmal sein. Die Insel ist tatsächlich klein. In vier Stunden hat man sie mit dem Auto umrundet, eigentlich braucht man maximal zwei Stunden irgendwohin, außer, man fährt auf irgendwelche Berge hinauf. Aber, trotz der Petitesse, geht einiges. Strände, ein paar (höhö) Wasserfälle, Hochgebirge, Marslandschaft, europäische Almwiesen, Regenwald, usw. usf. Dieses Kleinod des französischen Kolonialreichs ist unfassbar abwechslungsreich.
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## Feuchtgebiete
Die gibt es also auch noch. Sümpfe, und so - wie soll man sie nennen? - lagunenartige Dinger. Da wo die Wasserfälle irgendwann aufhören zu fallen und als Fluss einfach leidenschaftslos ins Meer fließen, bilden sich an manchen Stellen, ja, so Seen oder sowas halt. Manchmal Sümpfe, manchmal eben so Étangs (das Wörterbuch übersetzt es mit Teich oder Weiher). Einen dieser Weiher, das [*Étang du Gol*](https://www.openstreetmap.org/relation/3899458) hatten wir direkt vor unserer Haustür. Die kurze Anreise bot sich für unseren Ausflug an, da der Morgen mit Pool, Mikado, Sendung mit der Maus und Mittagsschlaf auf Mama in der Hängematte wieder sehr entspannt begann; wir also eher spät loskamen.
Keine Viertelstunde später waren wir also da. Unser treuer Kinderwanderführer empfahl einen kurzen Rundweg. Es sollte Geocaches *und* Vogelguckgelegenheiten geben. Na, wenn das mal nichts ist. Vielleicht gelänge es mir, mal einen von diesen kleinen roten Vogelkollegen gescheit vor die Linse zu bekommen. Die Landschaft gestaltete sich schon einmal reizvoll. Rechts der (recht groß geratene) Weiher, links davon der Ozean, nur getrennt von ein bisschen steinernem Geröll. Weniger reizvoll gestaltete sich leider Nimue. Ich weiß jetzt schon gar nicht mehr, was genau der Aufhänger war, aber sie hängte sich wieder auf und war nicht zu beruhigen. Kern des Problems war natürlich wieder der Schlafmangel, aber damit braucht man ihr ja so gar nicht zu kommen. Also zogen wir missmutig und schlecht gelaunt los, Nörgeline im Schlepptau. Sie wollte getragen werden, dann nicht, dann wollte sie Wanderschuhe, dann Sandalen. An einer "Flussüberquerung" beschwerte sie sich über Kiesel im Schuh. Sie trug Sandalen. Nachdem sie fein säuberlich die Kiesel entfernt hatte (inklusive Schuhe aus- und anziehen), hatte sie keine vier Sekunden später - oh Wunder - *wieder* Kiesel in der Sandale.
![Wandern am Etang](wandern-am-etang.jpg)
Neben der schlechten Laune von Nimue war auch ein anderer Widersacher bei uns: die Hitze. Unten am Meer ist es ja brutal heiß. So auch an diesem Tag. 34 Grad zeigte das Thermometer, die gefühlte Temperatur weit in den 40ern. Der felsige und schwarzsandige Untergrund sowie die spärliche Vegetation am Wege taten ihr Übriges, dass unsere Hirne bald sturmreif geschossen waren. Nach also etwa zehn Minuten Wanderung kehrten wir wieder um. Vogelschau sollte heute wohl nicht sein. Immerhin waren wir relativ spät wieder daheim, da wir relativ spät loskamen. So konnten wir noch ein Bauernfrühstück versnacken und immerhin Nimue endlich dem dringen notwendigen Schlaf übergeben.
## Also doch Wasserfälle am Berg
Täschi war not amused von der abgebrochenen Wanderung am Vortag und wollte es wissen. Am nächsten Tag *sprang* sie geradezu aus dem Bett, um uns zum Wandern anzutreiben (kleine dramaturgische Übertreibung meinerseits). Also stürzten wir Hals über Kopf aus der Tür, um unser Tagesziel anzusteuern: das [*Bassin La Paix*](https://www.openstreetmap.org/node/10115772650#map=19/-21.022632/55.670045) und, etwas weiter am Oberlauf, das *Bassin La Mer*. Ihres Zeichens selbstverständlich Wasserfälle mit kleinen Étangs, die dort aber nun *Bassin* heißen. Wie auch immer. Die Wanderung sollte etwa 4 km hin und zurück ~auf die Waage~ auf den Zollstock bringen. Von unserer Ferienwohnung dauerte die Anfahrt etwa 1,5 h.
![Wandern am Bassin](wandern-am-bassin.jpg)
Es war tatsächlich eine wundervolle Wanderung entlang der Schlucht. Täschi trailrunnte uns mit Nael in der Trage vorneweg, Nimue und ich keuchten hinterher. Der Weg führte durch die Schlucht, an einem weiteren Wasserfall vorbei. Es gab ordentlich Kletterfelsen und Urwaldbäume für Nimue. Es gab Ausblick auf den reißenden Fluss, auf Wasserfälle und die Berge. Geradezu, um den Vortag vergessen zu machen, glänzte Nimue: sie wanderte die gesamten 4 km auf eigenen Beinen, war vom Auf- und Abstieg zum *Bassin La Mer* nicht zu schocken und war einfach unfassbar süß. Kein Anfall, pure Freude! Der Abstieg zum Bassin war dann tatsächlich steil, durch Nässe auch sehr rutschig, aber wenn wir nun schon einmal einen solchen Tag erwischt hatten, ließen wir uns auch davon nicht ins Bockshorn jagen.
Der Wasserfall bestand aus fallendem Wasser. Wir picknickten am Bassin, hielten Füße und Schenkel ins Wasser, fotografierten und verloren auf dem Rückweg leider einen von Nimues Badeschuhen. Diese vermaledeiten Scheißtouris, die immer Müll zurücklassen!
![Bassin La Mer](bassin-la-mer.jpg)
Durch Täschis überhasteten Aufbruch war es nun immer noch verhältnismäßig früh am Tag. Als kleines Dankeschön für Nimues überragende Wanderleistung entschieden wir uns zur Abkühlung einen Wasserspielplatz anzusteuern. Ein vielversprechendes Angebot konnten wir in *Saint-Denis* ausfindig machen. Leider war er wegen Umbau geschlossen. Also, er war geschlossen, und ein Schild wies auf einen Umbau hin, aber vom Umbau war weit und breit nichts zu sehen. Wenn man mich fragt, hätte man ihn im Hochsommer (innerhalb der réunionischen Sommerferien) dann irgendwie auch einfach offen lassen können. Zum Glück hatten wir in einem Park nebenan aber große Rutschen gesehen und konnten diese ansteuern. Es handelte sich um den [*Parc de la Trinité*](https://www.openstreetmap.org/relation/3103097#map=17/-20.896313/55.471591). Auch dieser war von einem Umbau stark betroffen. Theoretisch hätte es dort auch ziemlich coole Wasserspiele gegeben, aber auch die waren geschlossen. Klar, in den Sommerferien möchte auch niemand seine Kinder abkühlen. Zusätzlich waren die normalen Spielplätze *auch* geschlossen, wegen Umbau. Versteht sich von selbst. Und der Haupteingang des Parks auch. So mussten wir uns ziemlich weit zum Nebeneingang schleppen. Immerhin die Rutschen, die wir bei der Anfahrt gesehen hatten, hatten geöffnet. Dort wurde dann gerutscht und zum Glück, aufgrund der euphorischen Gefühle von der Wanderung und der allgemeinen guten Laune, war der Wasserspielplatz dann schnell vergessen.
Es stand noch das Einkaufen an, danach gab es das gerade gekaufte Eis auf dem Supermarktparkplatz, und daheim gab es Abendbrot, Duschen, ins Bett gehen. Welch gelungener, schöner Urlaubstag. So sollten sie alle sein!
## Der Berg ruft
Ein Verdacht überkam uns: sollte die Laune etwa fortan mit den Höhenmetern zusammenhängen? Vielleicht, weil es kälter ist, je höher man kommt, und die Gemüter abgekühlt werden. Dieser Theorie ging es nachzugehen. Nach unseren okayen, aber nicht überragenden Erlebnissen auf dem Vulkan, steuerten wir heute [*Le Maïdo*](https://www.openstreetmap.org/node/4400072649) an. Von dort sollte es einen wunderschönen Ausblick über die Kante in einen alten Vulkankrater und auf den sagenumwobenen *Piton des Neiges* geben. Ein kurzer Blick des geschulten Auges in den Himmel versprach, dass es in dieser Richtung keine Wolken gab. Welch hervorragende Aussichten. Leider kann auch das geschulteste Auge nicht um die Ecke der Insel spähen, denn als wir auf dem Weg waren, entpuppte sich die Zielflanke als ziemlich eingewolkt.
Wie wir also wieder einmal 4.392 Kurven emporfuhren, checkte Täschi, ob sie kurzerhand ein alternatives Ziel auftreiben könnte. Konnte sie aber nicht. Also fuhren wir einfach weiter - und war das mal wieder wunderschön, wow. Wir fuhren durch einen Tamarinenwald, [eine einzigartige Baumart](https://en.wikipedia.org/wiki/Acacia_heterophylla), die es nur auf Réunion gibt. Jetzt habe ich auch endlich verstanden, warum die alle hier so stolz sind auf ihre Tamarinen. Das sind nu' aber auch schöne Bäume. Die machen sich gut, so mystisch im Nebel, während man die Serpentinen hochkurvt...tatsächlich sehr, sehr schön. Ähnlich dem Fluss Langevin, an dem sich sonntags ja die eine Hälfte der Bevölkerung der Insel zum Grillen trifft, scheint sich hier im Tamarinenwald die andere Hälfte zu treffen. Und das ist ziemlich smart, ist es dort oben doch angenehm kühl. Also karrt der Réunionaise seine Familie, Pavillons und sein Wohnzimmer am Sonntag eben dort hoch, wenn er sie nicht an den Langevin karrt.
Oben angekommen folgte direkt ein großer Fail. Ich hatte, trotz exakter Anweisung, Täschis Wanderschuhe nicht eingepackt, sondern nur die der Kinder. Wir standen also bei 18 Grad fertig zur Wanderung auf dem Berg, nur Täschi hatte noch Flipflops an. Also keine Wanderung über Stock, Stein und Dornen. Stattdessen: ab auf den "Balkon von Réunion" und...auf eine graue Nebelwand schauen. Erwartbar, trotzdem traurig, konnte man doch in einem kleinen Wolkenloch *erahnen*, welch Ausblick sich hier oben bieten *könnte*.
![Täschi ohne Wanderschuhe](taeschi-ohne-wanderschuhe.jpg)
Wir saßen also vor der Nebelwand, hofften auf ein weiteres Wolkenloch, und snackten unser Lunchpaket. Das Wolkenloch kam nicht. Wir latschten noch mal zu einer anderen Aussichtsplattform, wo wir vielleicht ein anderes Wolkenloch hätten erhaschen können. Es kam nicht. Dafür tankten wir ordentlich Karma. Wie wir da so in den Nebel starrten, kippte, vermutlich wegen der Höhenluft, neben uns eine ältere Dame um. Ihr Sohn, natürlich sichtlich geschockt, fragte uns um Hilfe. Täschi war sofort in ihrem Arztmodus. Stabile Seitenlage, diesdas. Ich versuchte zu dolmetschen. Die Dame kam recht schnell zu sich und wir konnten mit einem Schokocroissant (Zucker, für den Kreislauf sagt Frau Doktor), Wasser (hilft eigentlich bei jedem Leiden, außer vielleicht bei einem Bauchschuss, sagt Frau Doktor) und Feuchttüchern (hilft gegen die Kotze auf dem Kleid, sagt Frau Doktor) aushelfen. Die beiden wollten dann keine Hilfe mehr, um zum Auto zurückzugelangen, aber das Fachpersonal riet noch, etwas die Beine hochzulegen. Die Bergwacht in Flipflops hatte ihren Einsatz erfolgreich abgeschlossen und konnte wieder zum Basislager ins Tal aufbrechen.
![Blick von Le Maïdo](blick-vom-maido.jpg)
Einen Geocache sammelten wir noch ein, dann ging es wieder hinab. Auf halbem Wege den Berg hinunter hatten wir schon bei der Auffahrt [eine Sommerrodelbahn](https://www.openstreetmap.org/node/1774306399) gesehen. Die wollten wir noch mitnehmen. Zwar wirkte sie etwas in die Jahre gekommen, aber es hat richtig Spaß gemacht, im Regenwald und zwischen Tamarinen den Berg hinunterzusausen. Nimue und Nael haben es natürlich auch gefeiert und zur großen Freude gab es dann noch Crêpes (mit salziger Karamellbutter, lecker!) und Kaffee. Alors, so kann man es sich gut gehen lassen. Die Höhenmeter purzelten, das Thermometer stieg und wir freuten uns alle auf eine Abkühlung im Pool. Die folgte direkt nach unserer Ankunft. Nael "schwimmt" (also, vertraut mittlerweile seinen Schwimmflügeln und macht irgendetwas mit den Beinen und kommt dadurch manchmal sogar an, wo er hinwill), Nimue hatte sich auch heldenhaft ohne Schwimmflügel in den Pool getraut und schwamm uns etwas vor. Täschi und ich machten ein Duell um den schöneren Kopfsprung und die Punktrichterin Nimue kürte meinen Kopfsprung als den Schönsten. Zum Abendessen gab es dann noch Mango Kokosreis in Reminiszenz an unseren Thailand Urlaub. Auch das wieder ein gelungener Tag. Die Höhenmeter regeln wohl also.
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