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| Groovie Mangrovies | 2025-01-27T13:55:28+01:00 | true |
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Nun sind wir wieder eine Woche daheim und das faschistoide Deutschland hat uns bereits wieder depressiv gemacht, yeah. Daher versuche ich mich nun zu erinnern, wie sich die letzten Tage im Karibik-Retreat so gestalteten. Kommt mit auf diese Seelenreise und lasst uns den Alltag und die kaputte Gesellschaft in der wir leben für ein paar Momente vergessen.
Leuchtturm unser auf dem Fels
Offensichtlich waren wir vom Phare de Caravelle wahnsinnig angetan, denn am Mittwoch wollten wir noch einmal dorthin. Ehrlicherweise war es motiviert dadurch, dass es neben der Leuchtturmwanderung noch einen anderen Weg durch Mangroven zu einem kleinen Strandabschnitt gibt, den wir uns näher anschauen wollten. Ich vor allen Dingen, da er an einem verfallenen Kolonialgut vorbeiführen sollte, das mit Château Dubuc einen sehr klingenden Namen mitbringt. Ich erinnerte mich daran, wie gerne ich als Kind auf Burgruinen rumgesprungen bin, und wollte Nimue diesen Spaß auch zuteilwerden lassen. Angekommen und die erste erfolglose Geocachesuche des Tages später standen wir vor besagtem Château, nur um herauszufinden, dass für diese Ruinen ruinös viel Eintritt verlangt wurde. Da es nicht einmal ein neckisches Café dort gab, wo wir mal gemütliche hätten einen Kaffee oder Kakao trinken können, mussten wir unmittelbar die Mangrovenwanderung beginnen.
Mit jedem Meter stieg mein Erstaunen, wie irgendwelche spanischen Konquisitoren mit ihren damaligen Mitteln durch diese stickigen, heißen, mückigen Sümpfe gewatet sind, nur um dann irgendwelche Ureinwohner zu massakrieren. Viel zu sehen gab es ehrlicherweise nicht, lediglich der Leuchtturm auf dem Berg war ganz hübsch anzuschauen. Leider war Nimues Laune auch mal wieder nicht die Beste, sodass wir es nicht mal zu dem Strand schafften, der das Ende des Weges belohnen sollte. So kürzten wir den Rundweg ab und bekamen auf dem Rückweg noch einen ersten Vorgeschmack auf das Nach-Hause-Kommen, als eine rüstige deutsche Boomertruppe sich darüber entrüstete, wie unverantwortlich es wäre so kleine Kinder auf eine Dschungelwanderung zu schicken. Dschungelwanderung, my ass. Gegen so manche Wasserfallwanderung, die wir hier gemacht hatten, war der Mangrovenweg die wahre Autobahn. Ich vermute, die Gruppe hat auf ihrem Kreuzfahrtschiff das "Adventure Package" für diesen Tag gewählt und hielten sich für Thor Heyerdahl.
Auf dem Rückweg hielten wir in Tartane. Angelockt wurden wir von einem Spielplatz direkt am Strand. Zunächst schreckte uns der Zaun und eine abgeschlossene Tür etwas davon ab den Spielplatz zu betreten. Die zweite Tür war zwar nicht ab- aber dennoch geschlossen. So versuchten sich Täschi und Nimue erst einmal im Baden, doch der nahe Fischmarkt und die Kleinstfischerboote im Wasser bescherten den Badenden die ein oder andere Begegnung mit toten Fischen, sodass dieser Badeausflug schnell beendet war. Zum Glück fasste sich einige Locals ein Herz und gingen auf den Spielplatz, sodass wir den Kids wenigstens noch ein paar Schaukelpartien bescheren konnten. Immerhin war der Ausblick beim Schaukel anschubsen mal etwas anderes.
Der Urlaubs-End-Blues setzt ein
Tatsächlich begannen nun ein wenig die Tage, an denen wir nicht mehr so recht wussten, was wir noch tun sollten. Da die Nächte mit Nimue und Nael auch nicht mehr so gut waren, fühlten wir uns nicht so recht in der Lage noch große Wasserfallwanderungen o.ä. zu tätigen. Da "Städtetrips" auch nicht auf unserer Liste standen, und unsere üblichen Geocache-Wanderungen auf Martinique eher enttäuschend waren, ließen wir es zunächst immer sehr ruhig angehen. Schließlich entschieden wir uns dazu, doch noch einmal den Geocache-Ansatz auszuprobieren. Bei Sainte-Marie spähte ich einen Cache aus, der seit 2022 nicht mehr geloggt wurde, das versprach Abenteuer. Theoretisch wirkte der Weg vom Parkplatz aus mit nur ca. einem Kilometer genau richtig für unser Schlafdefizit-Level. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass seit einem Erdrutsch der Wanderweg nicht mehr so richtig in Betrieb war. Der erste Teil führte durch wadentiefe Kuhscheiße, da der Weg von einer Weider eingenommen war. Danach wurde der Weg so eng und struppig, dass wir nicht mehr sinnvoll mit unserem Nachwuchs durchkamen. So erreichten wir nicht einmal den Geocache, obwohl die wilden Pfade unsere inneren Abenteurer channelten.
Etwas missmutig suchten wir also nach der nächsten möglichen Attraktion. Bei Saint-Anne warteten noch theoretisch der Train des Plantages, eine Museumsbahn, die durch Bananen- und Zuckerrohrplantagen fährt und das Musée des Bananes, eben das Bananenmuseum. Die letzte Fahrt des heutigen Tages für den Zug war aber schon weg und das Bananenmuseum schauten wir uns nur von dessen Parkplatz aus an, und entschieden uns aufgrund des Äußeren (sehr oberflächlich) gegen einen Besuch. So endete der Tag dann frühzeitig wieder in der Ferienwohnung, dafür gab es dann immerhin Mittagsschlaf für alle Beteiligten, hatte auch was.
