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title: "Ekelhaft"
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date: 2025-01-11T00:34:05+01:00
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Die dunkle Seite der kolonialen Geschichte Martiniques bekommt man verhältnismäßig wenig zu Gesicht. Ich hätte deutlich mehr Mahnmale oder Erinnerungsstücke an die kolonialen Vergehen erwartet. So war das Schweigen über Anbaumethodik und Sklaverei bei den zwei Ruinen von Zuckerplantagen, an denen wir zufällig vorbeigekommen waren, auffallend laut. Den geballten Schock holten wir dann aber in der *Savane des Ésclaves* gebührend nach, und mein schwacher Magen hätte sich das lieber erspart. Aber auch hier gilt: der Reihe nach.
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Die dunkle Seite der kolonialen Geschichte Martiniques bekommt man verhältnismäßig wenig zu Gesicht. Ich hätte deutlich mehr Mahnmale oder Erinnerungsstücke an die kolonialen Vergehen erwartet. So war das Schweigen über Anbaumethodik und Sklaverei bei den zwei Ruinen von Zuckerplantagen, an denen wir zufällig vorbeigekommen waren, auffallend laut. Den geballten Schock holten wir dann aber in der *Savane des Ésclaves* gebührend nach, und mein schwacher Magen hätte sich das lieber erspart. Aber auch hier gilt: der Reihe nach.
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@@ -17,6 +21,8 @@ Der Ehrgeiz verlangte aber eigentlich, dass wir es auch zum zweiten Wasserfall s
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Auf dem Weg zurück sammelten wir dann noch einen Cache bei einem Nachbau der Sacre-Coeur ein. Unsere Anwesenheit an der Kirche mit schönem Ausblick wurde allerdings kritisch beäugt, da wir in eine Beerdigung gerieten. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen echten Sarg gesehen. Danach gab es einen kleinen Schlenker zu Decathlon, um tatsächlich in bester Rentner-Manier Wanderstöcke zu kaufen. Trotzdem ich mich gleich um Jahrzehnte gealtert fühle meine ich, das ist eine gute Investition, wenn man mit schweren Kindern auf dem Rücken über nasse, matschige und Steile Trails eilt. Täschis Knie werden es ihr danken!
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Auf dem Weg zurück sammelten wir dann noch einen Cache bei einem Nachbau der Sacre-Coeur ein. Unsere Anwesenheit an der Kirche mit schönem Ausblick wurde allerdings kritisch beäugt, da wir in eine Beerdigung gerieten. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen echten Sarg gesehen. Danach gab es einen kleinen Schlenker zu Decathlon, um tatsächlich in bester Rentner-Manier Wanderstöcke zu kaufen. Trotzdem ich mich gleich um Jahrzehnte gealtert fühle meine ich, das ist eine gute Investition, wenn man mit schweren Kindern auf dem Rücken über nasse, matschige und Steile Trails eilt. Täschis Knie werden es ihr danken!
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## Jetzt zu dieser ekelhaften Sklavenscheiße
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## Jetzt zu dieser ekelhaften Sklavenscheiße
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Am Samstag sind wir dann zu eingangs erwähnter *Savane des Ésclaves* gefahren und wollten anschließend zum Strand, da wir schon damit rechneten, dass ein Freilichtmuseum, selbst mit den größten pädagogischen Anstrengungen, Nimue nicht unendlich lange bei der Stange halten würde. In besagten Freilichtmuseum wird jeweils in sehr bescheidenem Maßstab kurz die Geschichte der Ureinwohner bis zu Vernichtung durch Kolonisten, die der Sklaverei im (hauptsächlich) Zuckerrohranbau und die der "befreiten" Sklaven nach offizieller Abschaffung der Sklaverei aufgegriffen. Als aufgeklärtes Kind des auslaufenden 20. Jahrhunderts im Allgemeinen und deutscher Staatsbürger (die wir ja im Allgemeinen so tun, als hätten wir keine problematische Kolonialvergangenheit und außerdem andere Verbrechen zum Aufarbeiten und gerade Wiederholen haben) im Speziellen hatte ich bisher ein abstraktes Verständnis der mit Sklaverei verbundenen Gräuel. Und auch, wenn das Freilichtmuseum jetzt nicht unendlich viel zu bieten hatte und auch nicht wie eine didaktisch und wissenschaftliche brillante Ausstellung wirkte, - oh boy - drehte sich mir echt der Magen um, bei den plastischen Schilderungen und den teilweise dazu ausgestellten Dingen. Widerwärtig wieder einmal die Erkenntnis, was Menschen anderen Menschen antun. Und wenn man dann, gerade im aktuell geschichtsvergessen Diskurs der Tagespolitik, immer irgendwelche Menschen liest und hört, die ob dieser und anderer Verbrechen dann meinen "es müsse ja auch mal gut sein", "es ist ja schon lange her": Fickt euch! Diese Scheiße ist nicht wieder gutzumachen, jede Anstrengung dazu ist vergeblich und muss gerade deshalb unternommen werden. Und die Kausalketten, was den "befreiten" Sklaven angetan wurde, endet halt heute bei ihren Nachfahren nicht. Der gesamte westliche, weiße Wohlstand ist und bleibt mit Blut und Leid bezahlt. Wir täten wahrlich mal gut daran beispielsweise alle Firmen, deren Erfolg auf Kriegen, Ausbeutung, Sklaverei und Holocaust basiert direkt zu einteignen. Tabula Rasa. Dann bleibt nicht mehr viel, aber von den dann wirtschaftlich freigesetzten Ressourcen könnte man so einiges bewegen in dem Versuch "Wiedergutmachung" zu leisten. Boah muss ich kotzen und kann das gar nicht verschriftlichen wie abartig ich das finde. Bildungstechnisch also ein voller Erfolg, trotzdem wir nur einen Bruchteil der kleinen Ausstellung überhaupt ansehen konnten, weil 37° C und Freilichtmuseum und Kinder eine üble Mischung sind.
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Am Samstag sind wir dann zu eingangs erwähnter *Savane des Ésclaves* gefahren und wollten anschließend zum Strand, da wir schon damit rechneten, dass ein Freilichtmuseum, selbst mit den größten pädagogischen Anstrengungen, Nimue nicht unendlich lange bei der Stange halten würde. In besagten Freilichtmuseum wird jeweils in sehr bescheidenem Maßstab kurz die Geschichte der Ureinwohner bis zu Vernichtung durch Kolonisten, die der Sklaverei im (hauptsächlich) Zuckerrohranbau und die der "befreiten" Sklaven nach offizieller Abschaffung der Sklaverei aufgegriffen. Als aufgeklärtes Kind des auslaufenden 20. Jahrhunderts im Allgemeinen und deutscher Staatsbürger (die wir ja im Allgemeinen so tun, als hätten wir keine problematische Kolonialvergangenheit und außerdem andere Verbrechen zum Aufarbeiten und gerade Wiederholen haben) im Speziellen hatte ich bisher ein abstraktes Verständnis der mit Sklaverei verbundenen Gräuel. Und auch, wenn das Freilichtmuseum jetzt nicht unendlich viel zu bieten hatte und auch nicht wie eine didaktisch und wissenschaftliche brillante Ausstellung wirkte, - oh boy - drehte sich mir echt der Magen um, bei den plastischen Schilderungen und den teilweise dazu ausgestellten Dingen. Widerwärtig wieder einmal die Erkenntnis, was Menschen anderen Menschen antun. Und wenn man dann, gerade im aktuell geschichtsvergessen Diskurs der Tagespolitik, immer irgendwelche Menschen liest und hört, die ob dieser und anderer Verbrechen dann meinen "es müsse ja auch mal gut sein", "es ist ja schon lange her": Fickt euch! Diese Scheiße ist nicht wieder gutzumachen, jede Anstrengung dazu ist vergeblich und muss gerade deshalb unternommen werden. Und die Kausalketten, was den "befreiten" Sklaven angetan wurde, endet halt heute bei ihren Nachfahren nicht. Der gesamte westliche, weiße Wohlstand ist und bleibt mit Blut und Leid bezahlt. Wir täten wahrlich mal gut daran beispielsweise alle Firmen, deren Erfolg auf Kriegen, Ausbeutung, Sklaverei und Holocaust basiert direkt zu einteignen. Tabula Rasa. Dann bleibt nicht mehr viel, aber von den dann wirtschaftlich freigesetzten Ressourcen könnte man so einiges bewegen in dem Versuch "Wiedergutmachung" zu leisten. Boah muss ich kotzen und kann das gar nicht verschriftlichen wie abartig ich das finde. Bildungstechnisch also ein voller Erfolg, trotzdem wir nur einen Bruchteil der kleinen Ausstellung überhaupt ansehen konnten, weil 37° C und Freilichtmuseum und Kinder eine üble Mischung sind.
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title: "Von Leuchttürmen und Mangroven"
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title: "Von Leuchttürmen und Mangroven"
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date: 2025-01-16T01:04:28+01:00
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@@ -29,7 +29,7 @@ Theoretisch hatten wir ewig Zeit bis zum Flug um 14:35. Ursprünglich inspiriert
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Dankenswerterweise war der Flug aber erstaunlich entspannt, obwohl Nael einen weiteren Tag quasi gar nicht zum Krabbeln kam. Zur Belohnung blies uns dann nach dem Öffnen der Flugzeugtüren die wunderbar warme karibische Abendluft entgegen. Müde wollten wir schnellstmöglich in die Unterkunft, aber das Mietautoshuttle kam nicht bei. Wir waren beinahe die Letzten, die abgeholt wurden, ärmer dran war nur ein junges schwedisches Pärchen, deren Autovermietung nicht einmal ans Telefon ging. Insofern hatten wir nur beinahe den schlechtesten Anbieter gewählt. Rudi, unser Gastgeber, begrüßte uns, zeigte uns die Wohnung und wir schliefen zu derbe lauten Schreien aus dem Urwald ein.
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Dankenswerterweise war der Flug aber erstaunlich entspannt, obwohl Nael einen weiteren Tag quasi gar nicht zum Krabbeln kam. Zur Belohnung blies uns dann nach dem Öffnen der Flugzeugtüren die wunderbar warme karibische Abendluft entgegen. Müde wollten wir schnellstmöglich in die Unterkunft, aber das Mietautoshuttle kam nicht bei. Wir waren beinahe die Letzten, die abgeholt wurden, ärmer dran war nur ein junges schwedisches Pärchen, deren Autovermietung nicht einmal ans Telefon ging. Insofern hatten wir nur beinahe den schlechtesten Anbieter gewählt. Rudi, unser Gastgeber, begrüßte uns, zeigte uns die Wohnung und wir schliefen zu derbe lauten Schreien aus dem Urwald ein.
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## Martinique denkt es wäre Norwegen
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## Martinique denkt, es wäre Norwegen
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Der erste Tag begann mit Reggae-artigen Getrommel. Grund dafür waren aber die leeren Mägen der gesamten Reisegruppe. Das Flugzeugessen war, obwohl man den Versuch der Franzosen bewundern muss, ihrem kulinarischen Ruf gerecht zu werden, halt vor allem eines: Flugzeugessen. Zum Frühstück gab es nur noch ein paar traurige Trauben aus unserem Reiseproviant und ein halbes Croissant. Da wir durch den Minijetlag (und besagtem Hunger) früh wach waren, waren wir bereits um kurz nach sieben on the road etwas Essbares aufzutreiben. Nach einer kleinen Irrfahrt durch das Zentrum von Fort de France (Hauptstadt der Insel) kamen wir endlich bei einem gigantischen Shoppingtempel mit gigantischem Carrefour an. Da ganz Martinique sich auf Silvester und Neujahr vorbereitete, hatten wir großes Glück bereits so früh dort einzutreffen. Nach unserer zweistündigen Shoppingorgie stapelten sich die Autos auf dem Parkplatz und es ging weder vor noch zurück. Und, oh boy, was war es für eine Shoppingorgie. Erstens laden die gigantösen Einkaufswagen dazu ein mal so richtig vollzuladen. Außerdem saßen die zwei Tage ohne richtiges Essen tief in den Knochen (und Mägen). Es gab kein Halten. An der Kasse bekamen wir dafür allerdings die echte und metaphorische Quittung: 362 Euronen mussten wir in den Schlund des gierigen französischen Konzerns werfen. Für einen Einkauf, der uns gefühlt zwei Tage Energie schenken sollte. So einen Preisschock hatte ich sonst eigentlich nur in Norwegen. Aber ist ja Urlaub, und von hier nach Thailand kommen wäre nun auch kein guter Deal mehr. Und in Hindsight hat der Einkauf sogar fast vier Tage gereicht.
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Der erste Tag begann mit Reggae-artigen Getrommel. Grund dafür waren aber die leeren Mägen der gesamten Reisegruppe. Das Flugzeugessen war, obwohl man den Versuch der Franzosen bewundern muss, ihrem kulinarischen Ruf gerecht zu werden, halt vor allem eines: Flugzeugessen. Zum Frühstück gab es nur noch ein paar traurige Trauben aus unserem Reiseproviant und ein halbes Croissant. Da wir durch den Minijetlag (und besagtem Hunger) früh wach waren, waren wir bereits um kurz nach sieben on the road etwas Essbares aufzutreiben. Nach einer kleinen Irrfahrt durch das Zentrum von Fort de France (Hauptstadt der Insel) kamen wir endlich bei einem gigantischen Shoppingtempel mit gigantischem Carrefour an. Da ganz Martinique sich auf Silvester und Neujahr vorbereitete, hatten wir großes Glück bereits so früh dort einzutreffen. Nach unserer zweistündigen Shoppingorgie stapelten sich die Autos auf dem Parkplatz und es ging weder vor noch zurück. Und, oh boy, was war es für eine Shoppingorgie. Erstens laden die gigantösen Einkaufswagen dazu ein mal so richtig vollzuladen. Außerdem saßen die zwei Tage ohne richtiges Essen tief in den Knochen (und Mägen). Es gab kein Halten. An der Kasse bekamen wir dafür allerdings die echte und metaphorische Quittung: 362 Euronen mussten wir in den Schlund des gierigen französischen Konzerns werfen. Für einen Einkauf, der uns gefühlt zwei Tage Energie schenken sollte. So einen Preisschock hatte ich sonst eigentlich nur in Norwegen. Aber ist ja Urlaub, und von hier nach Thailand kommen wäre nun auch kein guter Deal mehr. Und in Hindsight hat der Einkauf sogar fast vier Tage gereicht.
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@@ -44,7 +44,7 @@ Nachdem die Kids im Bett abgefertigt waren, kam unser Gastgeber Rudi (und ungepl
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Der Nachbarshahn krähte und mit dem Schwung, für den wir landauf und -ab bekannt sind, sprangen wir aus den Federn und begrüßten den Tag wie üblich mit mindful Yoga...als ob. Der Hahn krähte und wir warfen den hungrigen Kindern ein paar trockene Brotkrumen hin. Heute wollten wir so richtig einen wegcachen. Ziel dafür war der Forêt Montravail, seines Zeichens ein (Regen-)Wald mit einigen Trails. Dort gab es insgesamt 12 Geocaches zu holen, leider mussten wir abkürzen und konnten nur 8 davon bergen. Die Wege waren sehr abenteuerlich, dadurch mussten wir Nimue oft in der Kraxe tragen und dementsprechend anstrengend war es. Aber der Wald war wunderschön grün und schattig, die riesigen Blätter der Tropenpflanzen ein ungewohnter Anblick. Den weltbekannten Räuber trafen wir aber nicht. Anschließend erkundeten wir direkt den nächsten Strand. Dort konnte wieder nach Herzenslust getaucht werden, Nael vergnügte sich in der "Brandung" und es gab sogar ein paar schwimmende Spielplattformen für Nimue. Abends gab es dann, who would've guessed: Nudeln mit Parmesan (es gibt auch immer richtig geile Soßen dazu, aber die finden keinen Anklang beim Nachwuchs).
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Der Nachbarshahn krähte und mit dem Schwung, für den wir landauf und -ab bekannt sind, sprangen wir aus den Federn und begrüßten den Tag wie üblich mit mindful Yoga...als ob. Der Hahn krähte und wir warfen den hungrigen Kindern ein paar trockene Brotkrumen hin. Heute wollten wir so richtig einen wegcachen. Ziel dafür war der Forêt Montravail, seines Zeichens ein (Regen-)Wald mit einigen Trails. Dort gab es insgesamt 12 Geocaches zu holen, leider mussten wir abkürzen und konnten nur 8 davon bergen. Die Wege waren sehr abenteuerlich, dadurch mussten wir Nimue oft in der Kraxe tragen und dementsprechend anstrengend war es. Aber der Wald war wunderschön grün und schattig, die riesigen Blätter der Tropenpflanzen ein ungewohnter Anblick. Den weltbekannten Räuber trafen wir aber nicht. Anschließend erkundeten wir direkt den nächsten Strand. Dort konnte wieder nach Herzenslust getaucht werden, Nael vergnügte sich in der "Brandung" und es gab sogar ein paar schwimmende Spielplattformen für Nimue. Abends gab es dann, who would've guessed: Nudeln mit Parmesan (es gibt auch immer richtig geile Soßen dazu, aber die finden keinen Anklang beim Nachwuchs).
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Man möchte es nicht meinen, aber am darauffolgenden Samstag gab es keinen Strandausflug. Schockschwerenot. Nimue fand die Aussicht auch nicht so richtig gut und verhandelte hart wenigstens in den Pool zu dürfen. Da wir aber unverhofft lange bei einem Spielplatz halt machten glaube ich, dass wir eine posttraumatische Belastungsstörung erfolgreich abgewendet haben. Auserkoren war der Jardin de Balata. Irgendein verrückter Mensch hat in den Bergen der Insel einen echt wunderschönen Tropengarten angelegt. Wir lustwandelten dort und erfreuten uns an den wildesten Blütenformen, wieder einmal den riesigen Blättern der Pflanzen und schillernden Kolibris. Die Stimmung wurde allerdings getrübt, als Täschi nach ewigem Anstehen herausfand, dass wir mit Nimue nicht auf den Baumwipfelpfad durften. Nimues Trübung konnte dann durch besagten Spielplatz wieder eingefangen werden, Täschi blieb (vor allem getriggert durch schlaflose Babynacht) grumpy, bis sie sich dann zurück an der Unterkunft kurz hinlegen konnte. In der Zeit löste ich das Poolversprechen ein und als Nimue beinahe erfroren war, gab es dann auch Abendessen. Geplant war eigentlich ein Kartoffeleintopf, aber die bereits weit fortgeschrittene Zeit führte zu ~~Nudeln mit Parmesan~~ Baguette mit Woscht und Schinken.
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Man möchte es nicht meinen, aber am darauffolgenden Samstag gab es keinen Strandausflug. Schockschwerenot. Nimue fand die Aussicht auch nicht so richtig gut und verhandelte hart, wenigstens in den Pool zu dürfen. Da wir aber unverhofft lange bei einem Spielplatz Halt machten, glaube ich, dass wir eine posttraumatische Belastungsstörung erfolgreich abgewendet haben. Auserkoren war der Jardin de Balata. Irgendein verrückter Mensch hat in den Bergen der Insel einen echt wunderschönen Tropengarten angelegt. Wir lustwandelten dort und erfreuten uns an den wildesten Blütenformen, wieder einmal den riesigen Blättern der Pflanzen und schillernden Kolibris. Die Stimmung wurde allerdings getrübt, als Täschi nach ewigem Anstehen herausfand, dass wir mit Nimue nicht auf den Baumwipfelpfad durften. Nimues Trübung konnte dann durch besagten Spielplatz wieder eingefangen werden, Täschi blieb (vor allem getriggert durch schlaflose Babynacht) grumpy, bis sie sich dann zurück an der Unterkunft kurz hinlegen konnte. In der Zeit löste ich das Poolversprechen ein und als Nimue beinahe erfroren war, gab es dann auch Abendessen. Geplant war eigentlich ein Kartoffeleintopf, aber die bereits weit fortgeschrittene Zeit führte zu ~~Nudeln mit Parmesan~~ Baguette mit Woscht und Schinken.
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title: "Groovie Mangrovies"
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title: "Groovie Mangrovies"
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@@ -3,6 +3,9 @@ title: "Plages et un Cascade"
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tags: ['Reise', 'Frankreich', 'Übersee', 'Karibik']
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Eineinhalb Wochen sind wir nun im Überwinterungsquartier und haben genug gesehen, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestätigen kann: Martinique ist eine Insel. Egal in welche Richtung es uns verschlägt, immerzu endet man an einem Strand am Meer. Mal auf weißem Sand, mal auf schwarzem Sand, aber immer im Sand. Es wellt und wogt von Meeresseite her und mindestens ein Kind hat große Freude an den Strandabenteuern.
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Eineinhalb Wochen sind wir nun im Überwinterungsquartier und haben genug gesehen, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestätigen kann: Martinique ist eine Insel. Egal in welche Richtung es uns verschlägt, immerzu endet man an einem Strand am Meer. Mal auf weißem Sand, mal auf schwarzem Sand, aber immer im Sand. Es wellt und wogt von Meeresseite her und mindestens ein Kind hat große Freude an den Strandabenteuern.
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@@ -30,10 +33,14 @@ Je weiter man nach Norden kommt, desto wilder wird die Straße, desto abgefuckte
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So blieb uns also zunächst der Aufstieg zum *Cascade de la rivière Couleuvre*. Mit seinen 1,6 km wieder ein theoretisch kurzer Weg. Nach einem überraschend leichtem Einstieg mit einem breiten und nur sanft ansteigendem Weg, ging es dann nach ca. einem Drittel richtig abenteuerlich los. Es folgten Flußüberquerungen, hohe Steine, Wurzeln, riesige Bäume und sattes Grün wohin das Auge blickt. Steile Abhänge und matschige Tritte rundeten das Paket ab. Nimue war von dem Lob ob ihrer letzten Wanderleistung auf den Vulkan offensichtlich angefixt und wollte den Weg alleine gehen. Irgendwann kehrten sich die Rollen dann aber ins Gegenteil: da sie zusehend unsicherer wurde, flehten wir sie irgendwann an, sie möge sich doch bitte tragen lassen. Zunächst wehrte sie sich vehement, aber irgendwann sah sie es zum Glück ein. Aber ich war sehr erstaunt, wie krass souverän sie dreiviertel der Strecke bergauf und einen Weg, der mich ordentlich ins Schwitzen brachte, einfach mal wegwanderte! Neben der Belohnung des tatsächlich auch schon wunderschönen Weges erwartete den geneigten Wanderer ein tatsächlich unglaublich wundervoller und hoher Wasserfall. Natürlich habe ich Schlaumeier die Graufilter und das Weitwinkel in der Ferienwohnung gelassen. Wäre ja auch zu schön gewesen mal die richtige Ausrüstung dabei zu haben um dieses Wunderwerk der Natur fotografisch auch gebührend in Szene zu setzen.
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So blieb uns also zunächst der Aufstieg zum *Cascade de la rivière Couleuvre*. Mit seinen 1,6 km wieder ein theoretisch kurzer Weg. Nach einem überraschend leichtem Einstieg mit einem breiten und nur sanft ansteigendem Weg, ging es dann nach ca. einem Drittel richtig abenteuerlich los. Es folgten Flußüberquerungen, hohe Steine, Wurzeln, riesige Bäume und sattes Grün wohin das Auge blickt. Steile Abhänge und matschige Tritte rundeten das Paket ab. Nimue war von dem Lob ob ihrer letzten Wanderleistung auf den Vulkan offensichtlich angefixt und wollte den Weg alleine gehen. Irgendwann kehrten sich die Rollen dann aber ins Gegenteil: da sie zusehend unsicherer wurde, flehten wir sie irgendwann an, sie möge sich doch bitte tragen lassen. Zunächst wehrte sie sich vehement, aber irgendwann sah sie es zum Glück ein. Aber ich war sehr erstaunt, wie krass souverän sie dreiviertel der Strecke bergauf und einen Weg, der mich ordentlich ins Schwitzen brachte, einfach mal wegwanderte! Neben der Belohnung des tatsächlich auch schon wunderschönen Weges erwartete den geneigten Wanderer ein tatsächlich unglaublich wundervoller und hoher Wasserfall. Natürlich habe ich Schlaumeier die Graufilter und das Weitwinkel in der Ferienwohnung gelassen. Wäre ja auch zu schön gewesen mal die richtige Ausrüstung dabei zu haben um dieses Wunderwerk der Natur fotografisch auch gebührend in Szene zu setzen.
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Viele Fotos und eine Versnackung später wagten wir uns an den Abstieg. Nach so etwa 3,5 Stunden war das Werk vollbracht und entlang von diesmal etwas sehenswerteren Zuckerrohranbauruinen (mit den alten Maschinen) und eine weitere Flussüberquerung später konnten wir unsere erneut geschundenen Körper ins Meer werfen. Am *Plage de l'Anse Couleuvre* gab es zum einen schwarzen Sand, zum anderen sehr hohe Wellen. Die machten Nael und Nimue ein wenig Angst, aber zumindest Nimue traute sich nach uns nach tiefer in die Wellen. Der Sand eignete sich auch hervorragend zum Buddeln und Förmchen stechen. Auch hier war dann der Ausblick sagenhaft, riesige Monsterkrabben gab es für die Naturkundler auch zu bestaunen.
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Viele Fotos und eine Versnackung später wagten wir uns an den Abstieg. Nach so etwa 3,5 Stunden war das Werk vollbracht und entlang von diesmal etwas sehenswerteren Zuckerrohranbauruinen (mit den alten Maschinen) und eine weitere Flussüberquerung später konnten wir unsere erneut geschundenen Körper ins Meer werfen. Am *Plage de l'Anse Couleuvre* gab es zum einen schwarzen Sand, zum anderen sehr hohe Wellen. Die machten Nael und Nimue ein wenig Angst, aber zumindest Nimue traute sich nach uns nach tiefer in die Wellen. Der Sand eignete sich auch hervorragend zum Buddeln und Förmchen stechen. Auch hier war dann der Ausblick sagenhaft, riesige Monsterkrabben gab es für die Naturkundler auch zu bestaunen.
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Leider drängte dann die früh einsetzende Dunkelheit etwas, und wir mussten die ~~Zelte~~ Strandmatten abbrechen. Auf der Rückfahrt gönnten wir uns dann aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit die hohe französische Küche bei McDonalds. Zu später Stunde ritten wir schwer ermüdet in unserer Unterkunft ein, und es galt die übermüdeten Kids weit nach ihrer Bettzeit abzulegen.
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Leider drängte dann die früh einsetzende Dunkelheit etwas, und wir mussten die ~~Zelte~~ Strandmatten abbrechen. Auf der Rückfahrt gönnten wir uns dann aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit die hohe französische Küche bei McDonalds. Zu später Stunde ritten wir schwer ermüdet in unserer Unterkunft ein, und es galt die übermüdeten Kids weit nach ihrer Bettzeit abzulegen.
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## Theoretisch Schildkröten, praktisch Verlust
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## Theoretisch Schildkröten, praktisch Verlust
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Nach diesem nervenaufreibenden Tag im wilden Norden mussten wir am Donnerstag mit Muskelkater wieder kürzertreten. Am *Plage de l'Anse Dufour* wollten wir die Seele baumeln lassen. Wie bereits berichtet wollten aber auch die versammelten Seelen der AIDA Kreuzfahrtgäste ordentlich dort rumbaumeln. Also baumelten wir alle gemeinsam auf den spärlichen Schattenplätzen und schnorchelten nach Schildkröten. Also wir nicht, in Ermangelung eines Schnorchels. Aber die Schnorcheltraube, die den Schildkröten durch die Bucht folgte, war amüsant zu beobachten. Wilde Wellen klatschten wieder einmal an den Strand und einen unvorsichtigen Moment später schlug Nael mir Nimues Schwimmbrille aus der Hand. Der gierige Ozean packte zu und wenige Augenblicke später war die Schwimmbrille schon auf dem Weg in ihr Endlage im Great Pacific Garbage Patch. Gerade erst zu Weihnachten gewünscht, nie benutzt und schon Plastikmüll im Ozean, auf diese Karriere kann man geradezu neidisch sein. Nimue trug es mit erstaunlicher Gelassenheit, aber im Moment findet sie ihre richtige Taucherbrille ohnehin besser. Ich litt unter Kaffeeentzug, da wir leider beim letzten Einkauf nicht an Kaffee gedacht hatten und hatte zwischenzeitlich meinen Tiefpunkt. Als ich, nur kurz, mit Nimue noch einmal zum Wasser lassen im Wasser war, wurde ich von einer deutschen Touristin vollgeschnackt, die uns aus dem Flugzeug "kannte". So wie sie mich vollschnackte, glaubte sie uns wirklich zu kennen. Ganz mutig fand sie uns, mit so kleinen Kindern eine solch weite Reise anzutreten. Blabla, sie hat ja auch Enkel (ihren Erzählungen nach findet sie die aber irgendwie kacke, zumindest wirkte sie nur so mäßig erfreut, dass sie die beiden älteren Enkelkinder dieses Jahr mal für beinahe eine Woche nehmen sollte. "Na ja, als Oma macht man das ja auch mal"). Irgendwann konnte ich mich zum Glück lösen und wir machten uns auf den Weg nach Hause, respektive zum Einkaufen.
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Nach diesem nervenaufreibenden Tag im wilden Norden mussten wir am Donnerstag mit Muskelkater wieder kürzertreten. Am *Plage de l'Anse Dufour* wollten wir die Seele baumeln lassen. Wie bereits berichtet wollten aber auch die versammelten Seelen der AIDA Kreuzfahrtgäste ordentlich dort rumbaumeln. Also baumelten wir alle gemeinsam auf den spärlichen Schattenplätzen und schnorchelten nach Schildkröten. Also wir nicht, in Ermangelung eines Schnorchels. Aber die Schnorcheltraube, die den Schildkröten durch die Bucht folgte, war amüsant zu beobachten. Wilde Wellen klatschten wieder einmal an den Strand und einen unvorsichtigen Moment später schlug Nael mir Nimues Schwimmbrille aus der Hand. Der gierige Ozean packte zu und wenige Augenblicke später war die Schwimmbrille schon auf dem Weg in ihr Endlage im Great Pacific Garbage Patch. Gerade erst zu Weihnachten gewünscht, nie benutzt und schon Plastikmüll im Ozean, auf diese Karriere kann man geradezu neidisch sein. Nimue trug es mit erstaunlicher Gelassenheit, aber im Moment findet sie ihre richtige Taucherbrille ohnehin besser. Ich litt unter Kaffeeentzug, da wir leider beim letzten Einkauf nicht an Kaffee gedacht hatten und hatte zwischenzeitlich meinen Tiefpunkt. Als ich, nur kurz, mit Nimue noch einmal zum Wasser lassen im Wasser war, wurde ich von einer deutschen Touristin vollgeschnackt, die uns aus dem Flugzeug "kannte". So wie sie mich vollschnackte, glaubte sie uns wirklich zu kennen. Ganz mutig fand sie uns, mit so kleinen Kindern eine solch weite Reise anzutreten. Blabla, sie hat ja auch Enkel (ihren Erzählungen nach findet sie die aber irgendwie kacke, zumindest wirkte sie nur so mäßig erfreut, dass sie die beiden älteren Enkelkinder dieses Jahr mal für beinahe eine Woche nehmen sollte. "Na ja, als Oma macht man das ja auch mal"). Irgendwann konnte ich mich zum Glück lösen und wir machten uns auf den Weg nach Hause, respektive zum Einkaufen.
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