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2025-01-27 20:21:36 +01:00
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@@ -3,6 +3,9 @@ title: "Plages et un Cascade"
date: 2025-01-09T01:09:39+01:00
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tags: ['Reise', 'Frankreich', 'Übersee', 'Karibik']
resources:
- name: header
src: toyota-kuba-feeling.jpg
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Eineinhalb Wochen sind wir nun im Überwinterungsquartier und haben genug gesehen, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestätigen kann: Martinique ist eine Insel. Egal in welche Richtung es uns verschlägt, immerzu endet man an einem Strand am Meer. Mal auf weißem Sand, mal auf schwarzem Sand, aber immer im Sand. Es wellt und wogt von Meeresseite her und mindestens ein Kind hat große Freude an den Strandabenteuern.
@@ -30,10 +33,14 @@ Je weiter man nach Norden kommt, desto wilder wird die Straße, desto abgefuckte
So blieb uns also zunächst der Aufstieg zum *Cascade de la rivière Couleuvre*. Mit seinen 1,6 km wieder ein theoretisch kurzer Weg. Nach einem überraschend leichtem Einstieg mit einem breiten und nur sanft ansteigendem Weg, ging es dann nach ca. einem Drittel richtig abenteuerlich los. Es folgten Flußüberquerungen, hohe Steine, Wurzeln, riesige Bäume und sattes Grün wohin das Auge blickt. Steile Abhänge und matschige Tritte rundeten das Paket ab. Nimue war von dem Lob ob ihrer letzten Wanderleistung auf den Vulkan offensichtlich angefixt und wollte den Weg alleine gehen. Irgendwann kehrten sich die Rollen dann aber ins Gegenteil: da sie zusehend unsicherer wurde, flehten wir sie irgendwann an, sie möge sich doch bitte tragen lassen. Zunächst wehrte sie sich vehement, aber irgendwann sah sie es zum Glück ein. Aber ich war sehr erstaunt, wie krass souverän sie dreiviertel der Strecke bergauf und einen Weg, der mich ordentlich ins Schwitzen brachte, einfach mal wegwanderte! Neben der Belohnung des tatsächlich auch schon wunderschönen Weges erwartete den geneigten Wanderer ein tatsächlich unglaublich wundervoller und hoher Wasserfall. Natürlich habe ich Schlaumeier die Graufilter und das Weitwinkel in der Ferienwohnung gelassen. Wäre ja auch zu schön gewesen mal die richtige Ausrüstung dabei zu haben um dieses Wunderwerk der Natur fotografisch auch gebührend in Szene zu setzen.
![Besagter Wasserfall mit den lustigen Wanderergesellen davor](IMG_3706.jpg)
Viele Fotos und eine Versnackung später wagten wir uns an den Abstieg. Nach so etwa 3,5 Stunden war das Werk vollbracht und entlang von diesmal etwas sehenswerteren Zuckerrohranbauruinen (mit den alten Maschinen) und eine weitere Flussüberquerung später konnten wir unsere erneut geschundenen Körper ins Meer werfen. Am *Plage de l'Anse Couleuvre* gab es zum einen schwarzen Sand, zum anderen sehr hohe Wellen. Die machten Nael und Nimue ein wenig Angst, aber zumindest Nimue traute sich nach uns nach tiefer in die Wellen. Der Sand eignete sich auch hervorragend zum Buddeln und Förmchen stechen. Auch hier war dann der Ausblick sagenhaft, riesige Monsterkrabben gab es für die Naturkundler auch zu bestaunen.
Leider drängte dann die früh einsetzende Dunkelheit etwas, und wir mussten die ~~Zelte~~ Strandmatten abbrechen. Auf der Rückfahrt gönnten wir uns dann aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit die hohe französische Küche bei McDonalds. Zu später Stunde ritten wir schwer ermüdet in unserer Unterkunft ein, und es galt die übermüdeten Kids weit nach ihrer Bettzeit abzulegen.
![Strand, Palmen, Felsen und Wolken](IMG_3840.jpg)
## Theoretisch Schildkröten, praktisch Verlust
Nach diesem nervenaufreibenden Tag im wilden Norden mussten wir am Donnerstag mit Muskelkater wieder kürzertreten. Am *Plage de l'Anse Dufour* wollten wir die Seele baumeln lassen. Wie bereits berichtet wollten aber auch die versammelten Seelen der AIDA Kreuzfahrtgäste ordentlich dort rumbaumeln. Also baumelten wir alle gemeinsam auf den spärlichen Schattenplätzen und schnorchelten nach Schildkröten. Also wir nicht, in Ermangelung eines Schnorchels. Aber die Schnorcheltraube, die den Schildkröten durch die Bucht folgte, war amüsant zu beobachten. Wilde Wellen klatschten wieder einmal an den Strand und einen unvorsichtigen Moment später schlug Nael mir Nimues Schwimmbrille aus der Hand. Der gierige Ozean packte zu und wenige Augenblicke später war die Schwimmbrille schon auf dem Weg in ihr Endlage im Great Pacific Garbage Patch. Gerade erst zu Weihnachten gewünscht, nie benutzt und schon Plastikmüll im Ozean, auf diese Karriere kann man geradezu neidisch sein. Nimue trug es mit erstaunlicher Gelassenheit, aber im Moment findet sie ihre richtige Taucherbrille ohnehin besser. Ich litt unter Kaffeeentzug, da wir leider beim letzten Einkauf nicht an Kaffee gedacht hatten und hatte zwischenzeitlich meinen Tiefpunkt. Als ich, nur kurz, mit Nimue noch einmal zum Wasser lassen im Wasser war, wurde ich von einer deutschen Touristin vollgeschnackt, die uns aus dem Flugzeug "kannte". So wie sie mich vollschnackte, glaubte sie uns wirklich zu kennen. Ganz mutig fand sie uns, mit so kleinen Kindern eine solch weite Reise anzutreten. Blabla, sie hat ja auch Enkel (ihren Erzählungen nach findet sie die aber irgendwie kacke, zumindest wirkte sie nur so mäßig erfreut, dass sie die beiden älteren Enkelkinder dieses Jahr mal für beinahe eine Woche nehmen sollte. "Na ja, als Oma macht man das ja auch mal"). Irgendwann konnte ich mich zum Glück lösen und wir machten uns auf den Weg nach Hause, respektive zum Einkaufen.